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Bubba Sparxxx

Bubba Sparxxx - Foto Copyright: Universal Music

Foto: Universal Music

Der Gedanke, dass ein weißer Junge aus dem Hinterland Georgias ein Rap-Album rausbringt ist wohl genauso verwirrend wie die Vorstellung von einem jungen Schwarzen aus Harlem, der ein Country-Album einspielt...


Verwandte Genres

Hip-Hop Rap

Biographie

Aber schon die erste Single "Ugly" - die erste Single-Auskopplung aus dem kommenden Interscope/Beat Club/11th Hour Album-Debüt von Bubba Sparxxx - reißt stereotype Genre-Grenzen nieder und lässt den Hörer verwundert überlegen, warum es so lange dauern musste, bis jetzt ein talentierter weißer Rapper aus dem Süden die Szene rockt.

Sparxxx Debüt-Album "Dark Days, Bright Nights" präsentiert u.a. sechs Titel, die von Timbaland (Missy Elliott, Jay-Z, Nas, Ludacris, Snoop Dogg) produziert sind, und erscheint auf Timbalands Beat Club-Label, das zu Interscope Records gehört.

"Ugly", die erste Single und einer der von Timbaland produzierten Tracks, ist ein Up-tempo-Joint - scharfkantig mit einem "Middle East"-Feeling - der einen Sample aus Missy Elliotts-Hit "Get Ur Freak On" einfließen lässt und den New South repräsentiert, wie Sparxxx ihn nennt. "Ich glaube, das ist unbestreitbar der beste Song, den ich je aufgenommen habe", sagt der 24-jährige 2-Meter-Mann mit 110kg Lebendgewicht. "Er sagt viel deutlicher und besser, was mich ausmacht, als irgendein anderer Song es könnte." Die Single und auch der ganze Longplayer laden den Hörer in Sparxxx Welt ein, malen ein lebendiges Bild des ländlichen Südens aus der Perspektive eines weißen Jungens, der die Armut aus erster Hand kennengelernt hat. Dabei zieht sich Sparxxx Forderung nach Respekt für den Süden, besonders für die ländlichen Gebiete, wie ein roter Faden durch das gesamte Werk. Das er selbst stilistisch als "Southern HipHop mit einem RocknRoll Anteil" beschreibt.

Sparxxx ist am 6. März 1977 als Warren Anderson Mathis in LaGrange, Ga., 65 Meilen südwestlich von Atlanta, als das jüngste von fünf Kindern geboren. Seine Mutter June war Kassiererin in einem Tante-Emma-Laden, Vater Jimmy hat zeitweise ebenfalls in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet (erst in der Fleischabteilung, später als Manager), war dann Schulbus-Fahrer, Trucker... - "Ein Hansdampf in allen Gassen", wie Sparxxx sagt.

Die Musik spielte eigentlich nie eine besonders große Rolle in Sparxxx Leben - bis 1988. "Ich hatte keinen richtigen Zugang zur Musik, denn ich wuchs weit entfernt auf dem Lande auf", sagt er. "Und wir hatten nicht einmal Kabel-TV. Ich lebte an einer staubigen Straße, ca. 15 Minuten nördlich von LaGrange. Es war wirklich sehr ländlich. Die Nachbarn waren mindestens eine halbe bis zu einer Meile entfernt. Am nächsten bei mir wohnte ein schwarzer Junge, und der brachte mich zum ersten Mal mit der Rapmusik in Berührung, denn er bekam immer von seinem Cousin aus New York Mix-Tapes geschickt."

Der erste Rap-Song, den Sparxxx jemals gehört hat, war ein Track der 2 Live Crew. Später hörte er Run-DMC und die Fat Boys, doch in erster Linie fesselten Sparxxx die West Coast-Rapper wie N.W.A, Too $hort und Eazy-E. "Vielleicht wegen ihrer rebellischen Attitüde, aber ich liebte auch gerade ihre Beats", sagt er. "Besonders Dr. Dres erste Arbeiten als Produzent und seine Betonung der Beats." Während Too $horts Musik Sparxxx zu einem Rap-Fan machte, war es die Atlanta-Formation OutKast, die ihn dann dazu inspirierte, selbst aktiv im HipHop-Geschehen mitzumischen.

Mit 15 begann Sparxxx, Rhymes zu schreiben, wann immer er etwas Zeit übrig hatte. Das war allerdings sehr selten, denn der Teen musste stets arbeiten. "Ich habe als Kind eigentlich verhältnismäßig wenig Ärger gemacht", erinnert sich Sparxxx. "Ich arbeitete, um das Haus, den Garten und das Land instand zu halten." Nichtsdestotrotz bestritt er seine "Rhyme-Battles" - in der Cafeteria, in der Turnhalle, nach der Schule. "Das war noch nicht wirklich ernsthaft, denn in diesem one-horse Dorf gab es keinen Ort dafür. Es gab eigentlich nur so zwei, drei Jungs, die an meiner Schule rappten..."

In der High School war Sparxxx größte Leidenschaft zunächst aber doch der Football - er spielte Tight End und Linebacker in LaGranges Troop Valley High School, verhalf seinem Team im Laufe der Jahre so auch zu einer regionalen Meisterschaft und war auch später recht erfolgreich. Sparxxx bester Freund, Steven Herndon - mittlerweile "Offensive Guard" bei den Denver Broncos - war dann nach Athens, Ga., gezogen, nachdem er und Sparxxx 1995 die High School beendet hatten. Als dann die College-Zeit begonnen hatte, besuchte Sparxxx seinen Freund Herndon und traf dort seinen zukünftigen Manager Bobby Stamps. "Er hörte mich rappen", sagt Sparxxx. "Wir spaßten eigentlich nur rum. Aber er kannte Shannon Houchins, Produzentin auf So So Def, Jermaine Dupris Label." Houchins rief Sparxxx dann Ende 96 an und brachte ihn mit dem damaligen So So Def-Rapper Jason Brown zusammen. Sparxxx rappte zunächst unter dem Namen Lil Devil und die dazugehörige Gruppe nannte sich One Card Shi. Obwohl das Duo 10 bis 15 Songs aufgenommen hatte, wurde nichts davon veröffentlicht und schließlich trennten sie sich 1998 wieder. Vielleicht etwas entmutigt, ließ Sparxxx ein Jahr lang das Rappen Rappen sein. "Es war, als sollte ich in die Rolle eines bestimmten, vorgefertigten Prototypen reinrutschen. Und das war nicht mein Ding", erinnert er sich an das One Card Shi-Projekt.

Doch dann packte es ihn endgültig. Sparxxx musste sich auf seine eigenen Füße stellen. Er musste seinen ganz eigenen Stil rüberbringen und den Leuten zeigen, um was es ihm eigentlich geht, welche Künstlerpersönlichkeit er selbst ist. Damals nannte er sich dann auch Bubba Sparxxx. "Bubba war bei mir zu Hause mein Spitzname", erinnert sich Sparxxx. "Und dann nahm ich noch Sparxxx dazu, weil ich dass mit den drei X einfach gut fand - sehr catchy." Anfang 1999 startete Sparxxx dann wieder gemeinsam mit Houchins, neues Material aufzunehmen. Als sie dann 10 Tracks fertig hatten, stellten sie einen Kontakt zu Doug Kaye her, dessen Newtowne Music Group aus Sarasota, Fla., bereits seit ca. einer Dekade unabhängig Alben veröffentlicht hatte. Kaye mochte, was Sparxxx machte und schon bald wurde eine 12-Song Indy-Version von "Dark Days, Bright Nights" gepresst und auf Noncents Recordings veröffentlicht, ein Label, das auch Sparxxx gehört. Das Album wurde in Alabama, Georgia und Florida im Radio gespielt, verkaufte 1.500 Exemplare und Noncents mündete schließlich in 11th Hour Entertainment, das Sparxxx, Houchins und Kaye gehört.

Sparxxx großer Durchbruch ereignete sich dann, als eine Kopie von "Dark Days, Bright Nights" dem Interscope A&R-Mann Gerardo "Rico Suave" Mejia unter die Hände kam. Der sie wiederum an Interscope Geffen A&M-Chef Jimmy Iovine weiterleitete. Das Album kam auf Anhieb so gut an, dass Interscope Sparxxx einflog, um mit ihm einen Plattenvertrag auszuhandeln. "Es war, um ehrlich zu sein, mein allererster Flug", erinnert er sich. Schließlich stand der Deal.

Nachdem der Vertrag mit Sparxxx in trockenen Tüchern war, verpflichtete Iovine den Produzenten Timbaland. Iovine gab Timbaland die Musik von Sparxxx zum Hören. "Timbaland checkte die Aufnahmen und wahr schlichtweg begeistert", sagt Sparxxx, der mindestens ebenso begeistert von Timbaland ist. "Das war das bisher unglaublichste Erlebnis, das ich je hatte", erinnert sich Sparxxx an die Arbeit mit dem anerkannten, berühmten Produzenten. "Nachdem ich zwei Wochen mit ihm zusammengearbeitet hatte, hatte ich mich selbst neu entdeckt. Was ich sagen will: Er ist einfach der beste. Ohne Scherz."

Zusätzlich zu den sechs von Timbaland produzierten Tracks sind auf der Interscope-Veröffentlichung von "Dark Days, Bright Nights" weiterhin fünf von Houchins produzierte Songs, zwei von OutKasts Organized Noize Produktions-Team, zwei von dem aus Atlanta stammenden Produzenten Khalfani und eins von Gerald "Geo" Hall. Aus den insgesamt 16 Tunes des Albums würde Sparxxx wohl "Bubba Talk" als zweite Single-Auskopplung nach "Ugly" auswählen. Denn, ebenfalls von Timbaland produziert, ist "Bubba Talk" eine Art Einführung in den Sparxxx "Slang" und seine Ansichten des Lebens. "Es erzählt über Bubbas Eigenheiten - wie er geht, wie er spricht und alles mögliche. ", sagt Sparxxx über den Song, einen sanften Song mit einem Country-Banjo...

Andere Highlights des Albums sind das von Houchins produzierte "Well Water", ein fast spiritueller Song über die Art und Weise, wie man als Kind in den ländlichen Gebieten des Südens aufwächst; das namensgebende "Bubba Sparxxx" mit Scratches und einem "lyrical flow", der an den traditionellen New Yorker HipHop-Stil erinnert; oder "Wutchacallit", das Sparxxx als Alias benennt - da er eben allen Beschreibungen trotzt und nicht kategorisiert werden kann. "Betty Betty" hingegen ist Sparxxx Hymne an die Frauen. Der Song befasst sich mit Stripperinnen, die in den nicht so besonders angesagten Clubs in der Gegend um Athens, Ga., auftreten müssen. "Dort gibt es wirklich sehr interessantes Publikum und einige sehr interessante Mädchen - eine wirklich einzigartige Mischung. Beispielsweise Bauarbeiter, die direkt von der Arbeit kommen und einige recht schräge Mädchen - also nicht gerade das, was man gute Mädchen nennen würde", erklärt Sparxxx.

Mittlerweile ist Sparxxx gerüstet und bereit, auf Promo-Reisen und Platten-Release Partys zu gehen, die massiv auf ihn zukommen werden. Natürlich hofft er, seine Marken um Music-Biz zu setzen und konzentriert sich deshalb darauf, der nächste Musik-Star aus Athens, Ga., zu werden - seiner Heimat seit 6 Jahren. "Was ich erreichen möchte, ist es, meine Vibes in der Musik-Gemeinde zu verbreiten", erzählt Sparxxx. "Die sind neu, erfrischend und geben dem HipHop neue Impulse. Und ich glaube, dass ich die HipHop-Szene einige Jahre begleiten kann. Ich möchte den Leuten gern näherbringen, dass das Leben einfach großartig ist und Toleranz sehr wichtig ist - und man doch friedlich miteinander leben können müsste."







Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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