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Daniel Bedingfield

Daniel Bedingfield - Foto Copyright: Universal Music

Foto: Universal Music

Hin und wieder gibt es einen Song, der mit allen Regeln bricht. Er fordert die übliche Routine endloser Promotion, die riesigen Budgets der Plattenfirmen und die wohlüberlegten Marketing-Kampagnen und ist eigentlich nur deshalb erfolgreich, weil es ein großartiger Song ist. Daniel Bedingfield kann einiges über dieses Phänomen erzählen.


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Pop Rock

Biographie

"Bis heute kann ich den Erfolg des Liedes nicht für mich beanspruchen", sagt er, sechs Monate nach dem spektakulären Erfolg von "Gotta Get Thru This" und schüttelt immer noch ungläubig den Kopf, wenn er daran zurückdenkt. "Es war wirklich eine dieser Geschichten von denen man sonst nur hört. Durch die Leute, die diese Platte gekauft haben wurde sie zum Hit, nicht durch die Musikindustrie. Die Leute haben entschieden, dass sie meinen Song wollen. Sie haben zu mir gesagt: "Der Song spricht mich an und baut mich auf".

Das war genau der Zuspruch, den Daniel brauchte. Der 22jährige ist ein kreativer Songwriter für den das Komponieren so notwendig ist wie für andere Menschen das Atmen. Er hat bereits genug Material in der Schublade um ganze Alben zu füllen. Die letzten sechs Monate nahm er sich die Zeit um an seinem Debütalbum, "David Bedingfield", zu arbeiten. Jetzt hat er also einen neuen Plattenvertrag, einen neuen DVD-Player (dank eines längst fälligen Schecks für "Gotta....") und einen komplett neuen Sound. Er weigert sich dem Etikett "UK-Garage", das man ihm seit seiner ersten Single immer wieder anheften wollte, gerecht zu werden. Daniels Album pendelt zwischen R&B, klassischem Pop, herzerweichendem Soul und Disco-Glitter - d.h. ein Mörderrefrain ist immer dabei. Dieses Album konnte nur von jemandem gemacht werden, der in Brixton aufwuchs, das Klavier liebt, sich nicht von seinem Computer trennen kann und Stevie Wonder und Bob Dylan bewundert.

Daniel wäre der Erste, der zugibt, dass er sich sein ganzes Leben lang auf diesen Moment vorbereitet hat. Er wurde in Neuseeland geboren": "Dadurch habe ich dieses Verlangen nach Unabhängigkeit, den Wunsch Grenzen zu ignorieren und Dinge zu tun, die eigentlich nicht möglich scheinen". Als er 3 Monate alt war zogen seine Eltern nach England und arbeiteten dort sie als Sozialarbeiter in Süd/Ost London. Als hyperaktives Kind (bis heute kann er keinen Zucker essen) begann er schon im Alter von sechs Jahren Songs zu schreiben.

"Wir haben Lieder im Musikunterricht eingeübt und ich habe einfach noch neue Strophen dazu gedichtet, die dann von der ganzen Klasse gesungen wurden", erinnert er sich lachend. "Als ich dann neun Jahre alt war, habe ich zusammen mit meinen Freunden und meiner Music Box Musik gemacht. Jeder hat mir damals gesagt: deine Raps sind okay, aber du solltest besser singen!"

Er nahm den Ratschlag an und gründete mit seinen beiden jüngeren Schwestern, Natascha und Nicola, eine Band. Anfänglich spielten sie meist auf den Beratungs-Veranstaltungen seiner Mutter, später spielten sie dann auf Festivals in ganz Europa.

"Als ich dann 16 war", erklärt Daniel, "sparte meine die Familie beim Essen ein um einen Synthesizer für mich zu kaufen. Der kostete ca. 1000 Euro - ein unglaublich großer Betrag für unsere damalige Situation. Von der Minute an als mein Vater damit nach Hause kam, saß ich ununterbrochen davor. Schließlich legten wir uns auch einen Computer, den wir über 2 Jahre abzahlen mussten."

Als erfolgreicher Web-Designer musste Daniel nur 18 Wochen im Jahr arbeiten um ausreichend zu verdienen. Die übrige Zeit konzentrierte er sich auf seine musikalischen Träume oder er bereiste die ganze Welt. So arbeitete er in Südamerika mit Straßenkindern und lebte zwei Monate in China um die Sprache zu lernen ("Ich kann genug Chinesisch um eine Wohnung zu mieten und mich mit einem Mädchen zu verabreden, mehr braucht man doch nicht, oder?" sagt er lachend). Auf seinen Reisen verliebte er sich in eine rothaarige, amerikanische Schweizerin aus Leeds. Über zweieinhalb Jahre verheimlichte er seine Gefühle zu ihr bis er schließlich aus lauter Sehnsucht nach seiner Traumfrau "Gotta Get Thru This" schrieb auf der Towerbridge als er alles loswerden musste.

So einfach war das - und er bekam auch noch das Mädchen. Einige Schlafzimmer-Sessions später wurde Daniel bei allen Londoner Plattenfirmen vorstellig und bekam nur Absagen. Er ließ sich davon nicht abschrecken und ließ die Platte auf eigene Rechnung pressen. Die White-Labels verkaufte er über die kleinen Plattenläden in seinem Stadtteil. Ziemlich schnell gelangte eine dieser Singles in die Hände von Garage Mastermind EZ, der den Track sofort auf seine Kopplung "Pure Garage 4 nahm. Auch die Clubs in Ayia Napa spielten den Song rauf und runter - der Rest ist Geschichte. "Die Nummer Eins-Platzierung war ein echter Schock für mich. Davon hatte ich mein ganzes Leben geträumt, darauf hatte ich gehofft und jetzt war "Gotta Get Thru This" tatsächlich Nummer Eins, ich war wirklich geschockt. Und dabei hatte ich die Single doch nur EZ gegeben und dann.....Boom!"

Komischerweise war es ein Auftritt bei "Top Of The Pops", der den nächsten großen Schritt in Daniels Karriere einläutete. Der Polydor A&R Mann Simon Gavin sah diesen Auftritt und stellte sofort fest, dass Daniel viel mehr Potenzial hatte. Umgehend bot er ihm einen Plattenvertrag an.

Seitdem muss sich Daniel an Ruhm und dessen Begleiter gewöhnen. "Mein ganzes Leben ging ich durch die Welt und scherte mich überhaupt nicht darum, was andere Menschen von mir dachten. Warum hätte ich mich in der Öffentlichkeit anders als sonst benehmen sollen? Und nun muss ich darauf achten! Mein Welt wurde auf einmal immer kleiner, mein Telefon klingelt permanent und irgendwelche "besten Freunde" wollen irgendetwas von mir.







Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update: 26.03.2008








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