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Nicole Scherzinger

Nicole Scherzinger - Foto Copyright: Brian Bowen Smith

Foto: Brian Bowen Smith

Natürlich ist sie schon längst keine Unbekannte mehr, schließlich ist sie die Leadsängerin der Pussycat Dolls, diejenige also, die stets im Mittelpunkt steht, im Rampenlicht, und die regelmäßig dafür sorgt, dass die Fans in den vorderen Reihen schon nach kürzester Zeit den einen oder anderen Knopf öffnen müssen. Sie ist die Schlüsselfigur bei den Dolls, ohne die der enorme Erfolg der Gruppe undenkbar gewesen wäre: Knapp sieben Millionen Alben haben sie bereits verkauft, sind durch die ganze Welt getourt, und obendrein gab’s Gastauftritte auf Songs von Größen wie P. Diddy oder Busta Rhymes – all das in gerade mal drei Jahren! Seither laufen die Dinge für sie auf Hochtouren. Ihr Name ist Nicole Scherzinger.


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Biographie

Was jedoch vielen höchstwahrscheinlich nicht so geläufig sein mag, ist ihre Vita, die in ihrem Geburtsort Hawaii beginnt, ein längeres Zwischenspiel in Kentucky beinhaltet, wo sie aufwuchs, um schließlich bei einem dritten Kapitel zu landen, in dem sie sich zu einer Solokünstlerin entwickelt. Die Tatsache, dass Nicole in Kürze ihr Solodebüt veröffentlicht, mag auf den ersten Blick wie ein Nachtrag zu den Pussycat Dolls wirken, doch hat sie insgeheim schon ihr ganzes Leben auf diesen Punkt hingearbeitet. Ob es nun ihre Zeit bei der Girl-Gruppe Eden’s Crush war, die aus der TV-Show „Popstars“ hervorging, oder aber ihre Phase als Background-Sängerin bei der Rockband Days of the New in den Neunzigern: Die in einer russisch-philippinisch-hawaiianischen Familie aufgewachsene Nicole, deren Spitzname früher schlichtweg Hula war, trägt den Traum einer Solokarriere schon seit ihren Kindertagen mit sich herum. „Jeder Mensch stößt natürlich irgendwann an seine Grenzen, aber mir war immer schon klar, dass ich eines Tages etwas Großes auf die Beine stellen würde. Ich wusste schon unglaublich früh, was ich wollte“, setzt Nicole an. „Die Leute nehmen mich nur für das wahr, was ich mit den Pussycat Dolls mache. Ich bin `die von den Pussycat Dolls´, das bekomme ich jeden Tag zu hören. Sie kennen `Don’t Cha´, was natürlich grandios ist, aber als Künstlerin reicht mir das noch nicht, ich brauche mehr! Meine Seele braucht mehr. Ich kann von der Musik einfach nicht genug kriegen, und darum geht’s bei diesem Album auch schlichtweg darum: um die Musik.“

Insgesamt hat sie in den vergangenen Monaten und Jahren stolze 100 Songs als Demo- oder finale Versionen aufgenommen, um aus diesem Pool eine Auswahl für „Her Name Is Nicole“ zu treffen. „Ich musste einfach alles ausprobieren, um genau die Musik zu finden, die mir als Solokünstlerin am Herzen liegt bzw. mit der ich meinen Einstand feiern wollte. Es sollten Songs sein, die mich wirklich berühren, und die zugleich die unterschiedlichen Seiten meiner Persönlichkeit beleuchten.“ So arbeitete Nicole für ihr Debütalbum mit ein paar alten (will.i.am, Polow Da Don, Sean Garrett, Kara Dioguardi und Timbaland) und ein paar neuen Bekannten (Akon, Ne-Yo, Pharrell Williams, Macy Gray und Sting). „Ich liebe es, mit unterschiedlichen Musikern zu arbeiten“, erläutert sie. „Zwar schreibe ich inzwischen seit über zehn Jahren meine eigenen Songs, aber es ist doch eine ganz andere Sache, wenn man bereits Erfolge gefeiert hat und nun mit Top-Songwritern und Spitzen-Produzenten arbeiten kann. Dabei würde ich niemals behaupten, dass ich auch `eine von ihnen bin´; dafür ist mein Ego nicht ausgeprägt genug. Letzten Endes gibt es auch nur eine Sache, die für mich zählt: der Song, der am Schluss dabei herauskommt.“

„Ich habe das Album überall aufgenommen, an allen möglichen Orten. Ich war regelrecht besessen von der Arbeit.“ Das Resultat ihrer eifrigen, ambitionierten und zum Teil schier endlosen Arbeitsphase ist in vielerlei Hinsicht die Quintessenz des Pop: Musik, die einen Massengeschmack anspricht, ohne dabei auf eine Botschaft oder ehrliche Gefühle zu verzichten. Ein perfektes Beispiel für diese ansteckende Mischung ist „Baby Love“, die erste Singleauskopplung: „Bei dem Song ging es in erster Linie gar nicht um den Beat, sondern einfach nur um eine Melodie, die aus dem tiefsten Inneren kam“, berichtet Nicole von dem Song, den sie gemeinsam mit will.i.am und Kara DioGuardi geschrieben hat. „Kara und will sind zwei absolute Genies! Der Song war binnen zwanzig Minuten geschrieben! Am besten gefällt mir dabei der hawaiianische Einschlag dieses Songs, die Pedal-Steel-Gitarre. Das z.B. ist so ein Element, bei dem meine Herkunft ganz deutlich zu erkennen ist. Und generell war mir von Anfang an wichtig, dass ich immer wieder neue Dinge und Sounds ausprobiere, um insgesamt ein wirklich außergewöhnliches Popalbum zu kreieren.“

„Supervillain“ ist ein Song, bei dem eine von Disco-Sounds und Synthesizern getragene Melodie auf Nicoles enormes Stimmvolumen (5 Oktaven!) und eine unwiderstehliche Hook trifft. „Bei dem Song zeige ich meine verspielte Seite, die lustigen und zugleich gefühlvollen Aspekte“, sagt sie. „Bei den Aufnahmen fühlte es sich wie ein Motown-Stück an! Ich liebe Diana Ross, Roberta Flack und Dionne Warwick, und als ich den Song zum ersten Mal hörte, dachte ich nur, `Mann, das klingt wie ein Update zu Diana Ross!´ Produziert hat ihn übrigens Madd Scientist, und geschrieben wurde `Supervillain´ von Rock City.“

Noch einen Schritt weiter geht sie dann mit „Physical“. Mit dem von Timbaland produzierten Track kehrt Nicole nämlich ihre Rock-Seite nach außen, die sie schon vor Jahren mit der Band Days of the New ausgelebt hat. „So ein Song musste einfach auf das Album“, verkündet sie. „Das Schlagzeug ist so krass, und er besteht insgesamt aus so vielen einzigartigen Sounds. Ich denke, dass man darin ganz deutlich eine weitere Seite meiner Persönlichkeit erkennen kann – eine etwas verruchte Seite vielleicht. Der Song ist einfach nur heiß, etwas theatralisch vielleicht, aber doch durch und durch dem guten alten Rock’n’roll verpflichtet!“

Das genaue Gegenteil davon ist „Just Say Yes“, das aus der Feder von Gary Lightbody stammt, seines Zeichens Frontmann von Snow Patrol. Es handelt sich dabei um eine der insgesamt fünf Balladen auf „Her Name Is Nicole“. Die Idee von unverwüstlichen Gefühlen, die im Text artikuliert wird, war für Nicole einfach zu überzeugend: „Auch wenn ich den Song nicht selbst geschrieben habe, fühlt es sich an, als ob er aus meiner Feder wäre. Und damit meine ich, dass es weit über einfache Identifikation mit dem Song hinausreicht – weil ich die Grundstimmung des Stücks wirklich in mir trage! Jeder Mensch, der einmal geliebt hat, weiß, dass Gefühle manchmal seltsame Wege gehen und einen fast zerreißen können, aber dieser Song handelt davon, sich dem Gefühl einfach hinzugeben. Das ist auf jeden Fall einer der intimsten und verwundbarsten Momente auf dem Album, aber ich musste den einfach aufnehmen – mir war egal, was andere davon halten.“

„Save Me From Myself“, ein Stück von Ne-Yo, war auch von Beginn an ein Volltreffer: „Als mir Ne-Yo den Song zum ersten Mal vorspielte, war ein Teil, eine Überleitung noch gar nicht fertig“, erinnert sie sich. „Und ich weiß noch genau, wie ich mich sofort in das Stück verknallt habe – `Tears don’t stop the rain / Rain don’t hide the tears / The tears I’ve cried / I’ve felt my share of pain, my share of fears / But through it all, I’m not afraid´ –, wobei ich denke, dass jeder das Gefühl kennt, wenn man echt am Ende ist. In einer Sackgasse, aus der man nur mit der Hilfe anderer wieder rauskommt. Ich fragte Ne-Yo schließlich, ob es OK ist, wenn ich den Song so vervollständige, wie er mir seit der ersten Minute im Kopf vorschwebte. Für ihn war das zum Glück kein Problem.“

Der zweite Track von Ne-Yo ist das in den USA schon jetzt schwer angesagte „Happily Never After“, eine weitere Ballade, die Nicole während der Arbeit zum Weinen gebracht hat. „Mir ist in meinem Leben exakt dasselbe passiert“, berichtet sie. „Ich lebte ebenfalls in einer Beziehung, in der ich mein Selbstwertgefühl und meinen Selbstrespekt schließlich verlor und einfach nicht mehr weiter wusste. Ich kam da nicht raus. Und als ich dann irgendwann doch aus der Misere rauskam, wurde mir klar, dass ich ein völlig falsches Selbstbild hatte. Ich erkannte, dass ich zuerst lernen musste, mich selbst zu lieben, um dann auch einen anderen Menschen lieben zu können. Das mag zwar wie ein Klischee klingen, aber es ist tatsächlich wahr. Als ich also diesen Song erstmals hörte, war mir bereits klar, dass ich ihn aufnehmen musste. Mir ist sehr wichtig, diese positive Botschaft allen jungen Mädels da draußen mit auf den Weg zu geben, damit sie ihre Situation noch einmal überdenken können. Sie sollen sich sagen, `Ich habe Besseres verdient, ich werde so nicht weitermachen.´ Ich glaube, dass viele einen derartigen Song gut gebrauchen können.“

Doch auf der hochkarätig besetzten Liste der Albumgäste tauchen noch mehr Namen auf: Zu weiteren Kollaborateuren von „Her Name Is Nicole“ zählen u.a. Akon, der für „When You’re Falling“ als Co-Songschreiber aktiv wurde, T.I., den man auf dem Club-Hit „Whatever U Like“ hören kann, und Sting, der sich doch tatsächlich eine kleine Auszeit von der Reunion-Tour von The Police nahm, um den Song „Power’s Out“ gemeinsam mit Nicole in Boston aufzunehmen. „Sting ist auch bei Interscope unter Vertrag, aber ich konnte es dann doch nicht fassen, als er im Studio an meiner Seite stand. Zuerst habe ich versucht, die Coole zu spielen, aber ich habe dennoch am ganzen Körper gezittert“, gesteht sie rückblickend. „Wir haben zusammen ein Foto gemacht, was eigentlich kein großes Ding sein sollte, wenn man schon so oft Fototermine hatte, aber auch das war etwas völlig Anderes an der Seite von Sting. Es fühlte sich an wie mein erstes Foto-Shooting überhaupt.“

Doch war das nicht die einzige Premiere für die Pop-Queen: Denn früher wäre sie wahrscheinlich keineswegs auf die Idee gekommen, den Namen einer hawaiianischen Blume – „Puakenikeni“ (englische Aussprache: poo-wah-kin-ee-kin-ee) – sowohl als Songtitel und Refrain zu nehmen. „Ich bin stolz auf meine Herkunft“, setzt Nicole an. „Die Puakenikeni-Blume ist eine meiner Lieblingsblumen, weil sie so unfassbar süß riecht. Irgendwann kamen Akon und ich auf die Idee, diese vermeintlich kitschige Zeile – „Don’t you wanna pick my puakenikeni?“ – als Songtext zu benutzen. Ich sehe den Song als musikalischen Gruß an meine Familie und die Inseln!“

Nicole hat in ihrem Leben schon eine weite Strecke zurückgelegt. Als sie eine Teenagerin war, konnten ihre Eltern Nicole leider keinen Gesangsunterricht bezahlen, doch war das für sie kein Hindernis, denn sie schrieb sich kurzerhand bei einer auf darstellende Künste spezialisierten Highschool ein, um sich gleich im Anschluss auch das College selbst zu finanzieren. Ihr Hauptfach war Schauspielerei, aber auch Tanz studierte sie pausenlos. „Singen“, fügt sie hinzu, „war eine angeborene Leidenschaft. Man könnte fast sagen, dass ich als kleines Mädchen in Form von Songs kommuniziert habe.“ Doch während ihre Auftritte bei „Popstars“ oder auch die Zeit mit der Band Days of the New ohne Weiteres das Endstadium einer persönlichen Entwicklung hätten sein können, betrachtete Nicole jede einzelne Erfahrung vielmehr als einen Schritt in Richtung Solokarriere. „Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich zum ersten Mal in einem Hotel am Sunset Strip untergebracht war, mich aufs Bett fallen ließ und bei mir dachte: `Wow, jetzt bin ich ein Star.´ Das war, als ich zum ersten Mal unterwegs war, auf Tour mit Days of the New, und doch nahm ich währenddessen konstant eigene Songs auf, arbeitete mit Freunden, die Studios hatten, weil ich wusste, dass ich eines Tages auf eigene Faust Musik machen würde. Auf diesen Moment habe ich all die Jahre hingearbeitet.“

Insgeheim hatte Nicole bereits beim Casting für die Pussycat Dolls einen Vertrag als Solokünstlerin ausgehandelt: „Als sie mir das Angebot machten, Teil der Pussycat Dolls zu sein, war mir klar, dass man einen derartigen Moment nicht alle Tage erlebt – das war die Chance, auf die ich mein ganzes Leben gewartet hatte! Also sagte ich: `Nun, ihr werdet wohl um einen zweiten Vertrag, einen Solo-Deal nämlich, nicht herumkommen.´ Ich war mir sicher, dass die Rechnung aufgehen würde, und letzten Endes ist darauf basierend auch `Her Name Is Nicole´ entstanden.“

Die Ausdauer und Hartnäckigkeit, die bei dieser fast schon dreisten Taktik mitschwingen, sind bezeichnend für das Wesen von Nicole – denn sie war schon als Kind so. „Wenn ich drüber nachdenke, dann habe ich wirklich einen verrückten Lebenslauf“, stellt sie fest. „Schließlich hatte ich nie Startkapital und auch keine Kontakte... ich hätte bei den Pussycat Dolls einfach aufhören können, schließlich haben wir schon sieben Millionen Platten verkauft, aber das ging nicht, weil ich mir von Anfang an in den Kopf gesetzt hatte, auch die nächste Hürde zu nehmen. Der Song `March´ fasst diese Tatsache wohl am besten zusammen. Da singe ich: `If you can see it and believe it and put in the work, well then it’s only just a matter of time!´ Man muss nur dran glauben und wirklich alles geben – dann klappt das schon.“

Bleibt abschließend nur die Frage, was für die Solokünstlerin Nicole Scherzinger eigentlich Erfolg bedeutet. „Für mich ist es ein Erfolg, wenn ich den Menschen mit meiner Musik etwas geben kann. Wenn ich ihnen etwas ins Gedächtnis rufen kann, oder ein gutes Gefühl auslöse, eine Emotion wecke, oder aber die Leute plötzlich tanzen und singen wollen – dann ist wirklich alles erreicht, was ich mir wünschen kann. Diese Songs kommen allesamt von Herzen, und wer sie hört, wird vieles über mich erfahren.“







Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update: 26.03.2008

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