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OneRepublic

OneRepublic - Foto Copyright: Jeremy Cowart

Foto: Jeremy Cowart

Wer die ausführliche Geschichte von OneRepublic noch nicht gehört hat, könnte in der Tat auf die Idee kommen, dass es sich in diesem Fall um eine Pop/Rock-Band handelt, die buchstäblich über Nacht berühmt geworden ist, und zwar nachdem sie von einem der einflussreichsten (Über-)Produzenten unserer Zeit entdeckt worden sind.


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Eine derartige Sichtweise ist absolut naheliegend: Schließlich war „Apologize“, die erste Single der Band, zu der niemand Geringeres als Timbaland einen Remix beisteuerte, stolze 10 Wochen am Stück in den Top-5 der US-amerikanischen Billboard-Charts zu finden. Zwischenzeitlich landete die Single sogar auf dem zweiten Platz der Hot-100. Während der Song zwei Millionen Mal legal heruntergeladen wurde und zeitgleich den ersten Platz der Top-40-Charts hielt, brach er ganz beiläufig noch einen Rekord: Mit über 10.000 Einsätzen im Radio binnen nur einer Woche, gelang es OneRepublic, auch in Sachen Airplay eine neue Bestmarke zu setzen. Im Klartext bedeutet das: „Dreaming Out Loud“, das in Kürze erscheinende Debüt-Album von OneRepublic (Mosley Music Group/Interscope) zählt schon jetzt zu den mit besonderer Spannung erwarteten Alben des Jahres 2008!

Wie schon angedeutet, wäre es jedoch falsch, den bisherigen Erfolg dieser Band als ein überhastetes Phänomen, ja als etwas, das von heute auf morgen geschehen ist, zu betrachten. Es wäre mehr als kurzsichtig. Und, schlimmer noch: Die zahlreichen Anekdoten vom Weg, den diese Band bereits zurückgelegt hat, wären damit auch verloren –, und die wiederum spielen eine entscheidende Rolle, wie man ganz klar in den Texten des kommenden Albums raushören kann. Obwohl sie eine Reihe von Enttäuschungen hinnehmen und etliche Probleme aus dem Weg räumen mussten, haben OneRepublic ihre Träume nie aus den Augen verloren. Genau diese Hartnäckigkeit hat sich schließlich doch bezahlt gemacht.

Obwohl OneRepublic die erste Rockband auf dem von Timbaland gegründeten Mosley Music-Label sind, hatten sich die Wege von Ryan Tedder, dem Frontmann von OneRepublic, und Tim Mosley, so „Timbo“ bürgerlich, schon weit, weit vor der eigentlichen Vertragsunterzeichnung gekreuzt. Sagen wir so: OneRepublic haben in ihrer bisherigen Karriere unzählige Umwege gemacht. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 2001. Tedder lebte zu dieser Zeit in Nashville, er hatte sich gerade im Alleingang einen Plattendeal ersungen – als Singer/Songwriter bei einem Lokalwettbewerb. Dieser erste Vertrag war ein wichtiges Zeichen der Anerkennung für den aufstrebenden Songschreiber, der, so berichtet er heute, „viel mehr schreiben konnte, als nur irgendeine x-beliebige Melodie, die im Ohr hängen bleibt. Nichts geht über einen guten Popsong, doch es gibt da diesen schmalen Grat zwischen Zugänglichkeit und Glaubwürdigkeit.“

Durch einen gemeinsamen Bekannten kam es, dass Tedder eines Tages Timbaland am Telefon hatte – nein, nicht verwählt –, und der wollte auch noch mit ihm arbeiten! Tedders erster Gedanke: „Wo ist die versteckte Kamera?“ Aber er war nicht im Fernsehen. Man stelle sich das mal vor: Der gerade mal 21-Jährige steht da, mit dem Telefon in der Hand, sagt natürlich sofort zu, kündigt natürlich sofort seinen Job, und verkauft natürlich gleich am nächsten Tag sein Auto, um sich das nötige Equipment leisten zu können. Was dann folgte, war ein intensives Studium im „1x1 der Produktion“, absolviert an der „University of Timbaland“ – in Virginia. Vom unbestrittenen Producer-Gott unter die Fittiche genommen, hatte Tedder schon kurze Zeit später Gelegenheit, sein Können in diversen Profistudios zwischen Miami, New York City und Los Angeles auszuprobieren und zu verfeinern. „Damit ist definitiv einer meiner größten Träume wahr geworden.“

Gewiss erhielt Tedder in dieser Zeit eine unbezahlbare „Ausbildung“, doch wurde zugleich schon recht früh deutlich, dass er ein Musiker werden wollte, ein Performer, während sein Mentor ihn eindeutig auf die Rolle des Produzenten, des Strippenziehers im Hintergrund, vorbereitete. Nach zwei Jahren – und ohne böses Blut –, zog Tedder schließlich weiter und entwickelte sich von nun an zu dem Musiker, den man heute hören kann. Von nun an unter dem Namen „Alias“ unterwegs, schrieb er jetzt Songs für ganz unterschiedliche Musiker: u.a. für den Techno-Star Paul Oakenfold, die Pop- bzw. R&B-Sängerinnen Leona Lewis und Natasha Bedingfield sowie für den Südstaaten-Rapper Bubba Sparxxx. Erst letztes Jahr schrieb und produzierte Tedder drei internationale Nummer-Eins-Hits, einen Top-10-Hit, zwei weitere Songs, die in den Top-40 landeten sowie beispielsweise auch „Do It Well“ von Jennifer Lopez, das in den USA in die Top-20 ging.

Allerdings hatte sich Tedder ja einst von Timbaland getrennt, um selbst ins Rampenlicht zu treten. Ein Wunsch, der trotz seiner Erfolge als Produzent und Songschreiber kein bisschen nachließ. 2002 kehrte er daher nach Colorado Springs zurück und tat sich mit einem alten Kollegen aus der Schulzeit zusammen, dem Gitarristen Zach Filkins. Zach hatte schon als kleiner Junge klassische Gitarre in Barcelona studiert und war erst später nach Colorado gezogen.

Im Folgejahr zogen Tedder und Filkins dann an die Westküste, nach Los Angeles, um dort eine Band zu gründen. Leider mussten sie schon nach wenigen Wochen feststellen, dass das leichter gesagt als getan ist – denn sie mussten sich zunächst auf Jobsuche machen: Schließlich müssen auch angehende Musiker essen. Laut Tedder gab es sogar Zeiten, in denen nicht einmal genügend Geld für Gemüse in der Haushaltskasse war. Das wiederum wirkte sich auch auf die musikalischen Pläne aus: Ständig kamen neue Mitglieder dazu, „alte“ tauchten wieder unter, alles war höchst chaotisch, bis Tedder und Filkins mit Drew Brown (Gitarre), Brent Kutzle (Bass, Cello) und Eddie Fisher (Schlagzeug) schließlich die passenden Mitstreiter fanden.

Es dauerte gar nicht mal besonders lange, bis OneRepublic einen Vertrag bei einem Major-Label landeten, doch der platzte schon kurze Zeit später aus etlichen Gründen, und OneRepublic hingen nun vollkommen in der Luft. Sie waren drauf und dran, den Mut zu verlieren und alles hinzuschmeißen: „Wir hatten so lange gebraucht, um überhaupt an den Punkt zu kommen, und plötzlich standen wir wieder ohne Vertrag da. Die Erfahrung hat uns komplett den Wind aus den Segeln genommen“, berichtet Tedder. „Wir waren uns damals nicht mal sicher, ob wir überhaupt noch [mit der Band] weitermachen wollten.“ Zeitgleich geschah es jedoch, dass ihre MySpace-Seite regelrecht explodierte: Jeden Tag wuchs die Zahl der Besucher, bis OneRepublic die größte Band auf MySpace waren. „Vielleicht hatte sich ganz plötzlich das musikalische Klima verändert“, mutmaßt Filkins. „Plötzlich bekamen wir von Unbekannten E-Mails, in denen sie uns mitteilten, dass sie wegen eines unserer Songs ihre Selbstmordgedanken überwunden hatten oder endlich mit der Scheidung ihrer Eltern umgehen konnten. Das war der Punkt, an dem endlich eine Verbindung zwischen uns und unseren Fans entstand. Und natürlich sagten wir uns an diesem Punkt: `Jetzt können wir auf gar keinen Fall aufhören!´“

Während auf MySpace die Besucherzahl weiterhin durch die Decke ging, kamen natürlich auch die Labels irgendwann wieder an – u.a. Timbaland mit seiner Mosley Music Group. Timbaland hatte sich schließlich schon Jahre zuvor mit eigenen Augen von Tedders Talent überzeugen können; dazu wusste er um das Potenzial, das in OneRepublic schlummerte. Und so schloss sich der Kreis dann auch, als Tim die Band bei seinem Label unterbrachte. Sie waren damit die erste Rockband auf Mosley Music. Und natürlich ließ „Timbo“ es sich auch nicht nehmen, die Arbeit an „Dreaming Out Loud“ als Executive Producer zu leiten.

Während manch einer von den Erfolgen, die OneRepublic seither feiern konnten, überrascht sein mag, ist es der kreative Kopf der Band keinesfalls: „Einen echten Hit zu schreiben, das ist die größtmögliche Herausforderung“, sagt Tedder, „aber manchmal weiß man einfach, wenn man etwas Besonderes geschrieben hat. Sobald ich `Apologize´ geschrieben hatte, bekam ich eine Gänsehaut.“

Dass er mit seiner Reaktion goldrichtig gelegen hatte, stellte sich Anfang 2007 heraus, als Timbalands Remix von „Apologize“, der übrigens neben der Originalversion ebenfalls auf „Dreaming Out Loud“ vertreten ist, auch auf dessen Platin-Album „Timbaland Presents: Shock Value“ vertreten war.

„Ryan ist ein toller Mensch, ein grandioser Songschreiber; er hat ein unglaubliches musikalisches Talent“, sagt Timbaland. „Gemeinsam schaffen OneRepublic es, wirklich alles aus sich herauszuholen. Sie arbeiten perfekt zusammen, und die natürliche Chemie der Band könnte nicht besser sein.“

Zu weiten Teilen von Greg Wells produziert (u.a. Rufus Wainwright, Pink, Mika), wobei Tedder für einige Songs auch selbst Hand angelegt hat, wird die von Timbaland angesprochene Chemie schon beim ersten Anhören deutlich, z.B. im Fall von „Stop And Stare“, der zweiten Singleauskopplung, einer Mischung aus nachdrücklichem Gesang und Gitarren, die den Song zu einer absoluten Hymne verwandeln. Ein weiteres Beispiel ist die ausgesprochen ruhige Ballade „Come Home“ (eines der drei Stücke, für die Tedder hinter den Reglern stand). Insgesamt begegnet man auf „Dreaming Out Loud“ einer Band, die in erster Linie davon überzeugt ist, dass ihre Fans echte Songs hören wollen – Songs mit Gehalt und Tiefgang, und ohne die ganze heiße Luft, die sonst allzu oft verschossen wird.

Menschen neigen generell dazu, viel über das Schicksal und das richtige Timing zu diskutieren. Beides sind Themen, die auch auf dem Weg von OneRepublic eine nicht unwichtige Rolle gespielt haben. Wie bei einer jahrelangen Karussellfahrt, ging es für sie hin und her, auf und ab, mal hatten sie den Durchbruch in greifbarer Nähe, dann fehlte nicht viel zur endgültigen Auflösung der Band. Entscheidend ist wohl, dass sie ihrer Vision und ihren Träumen stets treu geblieben sind – denn letztendlich haben sich ihre Träume doch mehr als erfüllt. „Es gibt gewisse Dinge“, sagt Tedder abschließend, „die man durchaus kontrollieren kann. Dinge, die davon abhängen, wie hart du arbeitest, wie zielstrebig du bist, wie sehr du dir etwas wünschst. Aber das Timing kann man trotzdem nicht steuern. Alles wird erst dann passieren, wenn die Zeit auch wirklich dafür gekommen ist, und momentan sind wir als Band genau an diesem Punkt angekommen. Es hat lange gedauert, ausgesprochen lange sogar, und doch würde ich sagen, dass alles genau zum rechten Zeitpunkt passiert ist.“


Diskographie

Dreaming Out Loud (Ltd.Pur Edt.)

Album

Interscope (Universal)

Stop and Stare

Single

Interscope (Universal)

Dreaming Out Loud [+3 Bonus]

Album

Japan (Megaphon Importservice)

Mercy

Single

Universal Music

Dreaming Out Loud

Album

Universal Music

Say (All I Need)

Single

Universal Music






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update: 09.04.2008








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