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Cassidy

Cassidy - Foto Copyright: Jonathan Mannion for BMG/J

Foto: Jonathan Mannion for BMG/J

Bereits viele Jahre bevor Rapper Cassidy in seiner Heimatstadt seine musikalischen Widersacher reihenweise von der Bühne fegte, hatte die Stadt Philadelphia seinen Platz in der Musikgeschichte in vielerlei Hinsicht gesichert. Von den Künstlern der Phillysound-Erfinder Gamble & Huff (Patti LaBelle, Teddy Pendergrass) über die Neo-Soul-Stars Jill Scott und Musiq bis hin zu den Cut’n’Mix-Meistern Schooly D., Cash Money & Marvelous war “illy Philly” zu jeder Zeit ein entscheidender Impulsgeber in Sachen Black Music gewesen.


Verwandte Genres

Hip-Hop Rap

Biographie

Keine Frage: Jedes neue Talent, das aus einer derart konkurrenzbetonten Szene entstammt, muss schon ziemlich was auf dem Kasten haben, um als Teil des musikkulturellen Erbes der Stadt gelten zu können. Lange vor der Veröffentlichung seines hoch gelobten Debütalbums „Split Personality“ war Cassidy in der „City Of Brotherly Love“ bestens bekannt – seit seinem neunten Lebensjahr hatte er sich Rap-Battles auf allen erdenklichen Levels gestellt, aus denen er meist als Triumphator hervorging. „Rapmusik ist schon immer in mir gewesen, bereits vor meiner Geburt“, erklärt er. „Ich werde nicht ruhen, bis ich einer der ganz Großen des Business bin.“
Und obwohl sich Cassidy auf den Straßen seiner Heimatstadt den Ruf des ultimativen Battle-Helden erworben hat - u.a. durch legendäre Soundclash-Siege geben seinen Kollegen Freeway, die in der HipHop-Szene weltweit für Aufsehen sorgten – sagt der Rapper: „Heutzutage sind Battles fast arrangierter als WWF-Wrestling-Kämpfe. Es ist doch völlig offensichtlich, dass diese Auseinandersetzungen vielmehr dazu dienen, Publicity zu bekommen, als wirkliche Streitigkeiten auszutragen. Ich verfüge nach wie vor über ‚Battle Skills’, aber ich bin auch keine sechzehn mehr. Heutzutage battle ich auf meinen Tracks.“
Mit der Veröffentlichung seines Follow-Up-Albums „I’m A Hustla“ beweist der 22jährige, dass er sehr wohl über die Fähigkeiten verfügt, sich mit den ganz Großen des Biz zu messen. Bereits mit seiner gleichnamigen aktuellen Single zeigt er, dass seine Anfangserfolge kein Zufall waren. Soundmäßig unternehmen Cassidy und Produzent/Full-Surface-Geschäftsführer Swizz Beats eine Zeitreise ins Jahr 1988, vereinen Retro-Arrangements mit starken Texten und liefern einen zweifelsfrei genialen Track ab. “Natürlich handelt der Song von mir”, sagt Cassidy, der als Rapper sowohl harte als auch zarte Charakterzüge in sich vereint. „Aber es gibt noch jede Menge andere ‚Hustlers’ (Stricher) auf dieser Welt. Ob man nun einen Nine-To-Five-Job hat, in einem Stripclub arbeitet oder Wasserflaschen am Straßenrand verkauft – wir sind alle ‚Hustler’. Ich spreche jetzt nicht von Drogendealern oder Dieben. Ich meine die Menschen, die dazu gezwungen sind, sich etwas einfallen zu lassen, um in dieser Welt irgendwie durchzukommen.“
Swizz war für die Mehrzahl der Tracks auf „I’m A Hustla“ verantwortlich, aber er gibt auch anderen die Chance, sich auszuzeichnen. „Can’t Fade Me“ wurde von DJ Scratch produziert, featured die Queensbridge-Legenden Nas und Quan und glänzt mir einem phantastischen Seventies-Soul-Flavour im entspannten Blaxploitation-Sound. Doch es ist vor allem die außergewöhnliche und Richtungs-weisende Rhetorik des Stücks „The Message“, die alle Zweifler ein für alle mal verstummen lassen wird. „Ich will, dass die Wahrheit gesagt wird“, sagt Cassidy über den funky Song. „Rapper tun immer so, als die Welt bestünde nur aus Saus und Braus, aber das ist nicht so. Rapper sollten versuchen, ernsthaftere Themen anzusprechen. Die Leute verpulvern zu viel Energie mit dummen Sachen.“ Swizz Beats traf Cassidy erstmals, als dieser noch als Teenager mit einer Crew namens Larsiny (1999 von ruff Ryders gesignt) abhing. Kurze Zeit später gab er Phillys heißestem Rapper die Chance, der Vorzeige-Künstler seines Labels „Full Surface“ zu werden. Das resultierende Debütalbum „Split Personality“, das u.a. den Welthit „Hotel“ (mit R. Kelly) enthielt, war jedoch lediglich eine Art Sneak Preview auf Cassidys künftige Schaffenskraft. Heute sagt der Super-Producer: „Auf ‚I’m A Hustla’ zeigen wir einen vollkommen neuen Style. Es wird ganz einfach Zeit für einen grundlegenden Wandel in der Rap-Musik.“ Gesagt, getan. Bester Beweis: Der großartige Track „B-Boy Stance“. Der roboterhafte Funk und futuristische Sound zieht den Hörer in einen unentrinnbaren Sound-Strudel, und im Moment, in dem Cassidys Worte „Fresh to death, dressed to impress…” erklingen, ist klar: „B-Boy Stance“ ist ein Sofort-Klassiker. Einer der Tracks, der selbst Mauerblümchen auf die Tanzfläche zwingt. Aber man sollte sich nicht einlullen lassen – Swizz und Cas können jederzeit “street” sein, wenn’s drauf ankommt. Auf dem Ausnahme-Stück „6 Minutes”, auf dem auch Fabolous und Lil Wayne zu hören sind, gibt Cassidy als Radaubruder ordentlich Zunder, seine Stimme klingt dabei gleichermaßen weich wie Butter und heiß wie Höllenfeuer. Dazu kreiert Swizz ein musikalisches Szenario aus Streichern und durchgeknallten Drums, die dem Hörer alles abverlangen.
Die Geschichten über das unbarmherzige urbane Leben im 21. Jahrhundert und die gewitzten Beobachtungen, die Cassidys scheinbar ohne jegliche Anstrengung vorträgt, sind für jedermann nachvollziehbar. Wie eine HipHop-Version der fiktiven Kämpfer-Ikone seiner Heimatstadt, Rocky, besitzt dieser Junge das „das Auge des Tigers“. Auf „I’m A Hustla’ erleben wir einen Rapper, der keine Angst vor Risiken hat oder sich davor scheut, das Mikrophon mit anderen zu teilen. Wie ein Underdog-Boxer, der sich in der Ring begibt, die Fäuste erhoben und gewillt ist, Schläge auszuteilen, ist Cassidy bereit, hart um die Krone im Rap-Biz zu fighten. Für andere mag all das nur ein Spiel sein - „I’m A Hustler“ ist brutaler Ernst.


Diskographie

B.a.R.S.the Barry Adrian Reese Story

Album

J Records (Sony Music)

I M a Hustla

Album

J Records (Sony Music)

Split Personality

Album

J Records (Sony Music)






Artikel von: Redaktion Quelle: SonyBMG Letztes Update: 06.05.2008








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