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Simple Plan

Simple Plan - Foto Copyright: Warwick Saint

Foto: Warwick Saint

Wer immer noch darüber diskutiert, was Punk ist, wo er anfängt und aufhört, wer sich Punk nennen darf und wer nicht, wird sich seine Meinung über SIMPLE PLAN schnell gemacht haben. Wer SIMPLE PLAN einfach als eine gute und schnelle Band betrachtet und Freude an straighten Sounds und rasanten Songs hat, der wird sich an einer solchen Diskussion wahrscheinlich gar nicht erst beteiligen, sondern Still Not Getting Any... einlegen, aufdrehen und abgehen.


Verwandte Genres

Alternative Rock Pop

Biographie

Lassen wir doch die Schubladen und Labels einfach mal außen vor und nehmen SIMPLE PLAN als eine Band, die Freude an klasse Songs hat und auf der Bühne eine Hölle an Formel-1-Gitarrenracing lostritt.

SIMPLE PLAN. Auf dem nordamerikanischen Kontinent die derzeitigen Lieblinge der College-Radios und Highschool-Absolventen, sahnten gerade in den vergangenen Monaten reichlich ab. Mit fast zwei Millionen verkaufter Exemplare und einer Position 35 in den Billboard top-200 für ihr Debüt-Album No Pads, No Helmets, Just Balls wurden sie zu einer unübersehbaren Größe des Musikgeschehens. Von Rancid bis Aerosmith haben sie bisher mit allen möglichen Bands die Bühne geteilt, dreimal waren sie mit auf der Vans Warped Tour dabei (davon zweimal als Headliner) und viermal wurden sie für die MTV Video-Awards nominiert - nicht schlecht für eine Band, die es gewohnt war, in Daddys Kombi auf Tour zu gehen.

Schon Mitte der Neunziger, mit 13 Jahren, trafen Chuck und Pierre in ihre Heimatstadt Montreal aufeinander und gründeten die Band Reset, mit der sie 1997 ein Album aufnahmen, das in Kanada ziemlich erfolgreich war. Nach einiger Zeit verließ Chuck Reset, um sich der Schule zu widmen, aber schon 1999 kam er wieder zurück und stellte mit Sebastien und Jeff eine neue Band auf die Beine. Pierre, inzwischen müde davon bei Reset Gitarrist und Frontmann in Personalunion zu mimen, stieß zu seinen alten Kumpels, brachte David mit (der zwischenzeitlich ebenfalls bei Reset gelandet war) und sie hoben SIMPLE PLAN aus der Taufe. 2003 präsentierten sie dann No Pads, No Helmets, Just Balls, an dem unter anderem auch Joel Madden (Good Charlotte) und Mark Hoppus (Blink 182) als Gäste mitwirkten. Der Erfolg kam wie von selbst, und schon im darauf folgenden Jahr, nämlich jetzt, haben sie ihr zweites Album Still Not Getting Any... fertig.

"Songs über Autos und Parties sind nicht so mein Ding," erklärt Chuck. "Es muss mich schon ein bißchen schütteln, damit ichs gut finde." Und schütteln tut Still Not Getting Any..., dass es eine Freude ist. Crazy erzählt von den Unsicherheiten, die man als Mensch in seinem Alltag so durchzustehen hat, während Perfect World versucht, an einem Verlust irgendetwas Gutes zu finden.
Aber auch, wenn Still Not Getting Any... locker und extrem entspannt klingt, einfach war es nicht. Nachdem SIMPLE PLAN im letzten Februar ihre erste Headliner-Tour mit MxPx abgeleistet hatten, setzten sich Chuck und Pierre drei Monate zusammen und warfen eine Idee nach der anderen auf den Haufen. Die meisten verschwanden wieder in der Versenkung, aber der Rest fügte sich fast wie von selbst zusammen. Pierre: "Perfect World war die erste wirklich gute Nummer, und von da an rauschte es wie ein Wasserfall heraus."

Mit Bob Rock (Metallica, Mötley Crüe, Bon Jovi) ging es dann ins Studio: Und mit einer einzigen Vorgabe: Sich nicht auf Punk zu beschränken, der absurderweise mittlerweile mehr Regeln besitzt als irgend jemand noch nachvollziehen kann. "Die erste Scheibe sollte damals eine reine Pop-Punk-Platte werden," erklärt Chuck. "Und auf Still Not Getting Any... haben wir uns ganz einfach keine Gedanken darüber gemacht. Wir wollten nur gute Songs machen." Und Pierre ergänzt: "Warum solltest du dich als Künstler irgendwelchen Beschränkungen unterwerfen? Stell dir vor, du seist ein Maler: Entscheidest du dich für vier oder fünf Farben, oder nimmst du alle, die dir zur Verfügung stehen, um das bestmögliche Bild zu malen?"
Nun gut, man wird Still Not Getting Any... wahrscheinlich nicht gerade im TripHop-Regal finden, aber es gibt ein paar Überraschungen auf dem Album. Seien es die subtilen aber kraftvollen Zwischenteile bei Shut Up oder der coole Drumloop auf Perfect World, die hübsche Streichersektion und feinen Texte auf Untitled oder die epischen Geigen auf One. Und Thank You zieht bewusst einen Bezug zu Chris und Pierres Vergangenheit bei Reset.

Wie auch immer, obwohl Still Not Getting Any... sich stilistisch von Vorgänger unterscheidet, bleibt man doch innerhalb des ursprünglich gesteckten Rahmnes, und das aus gutem Grund. Stinco: "Das wichtigste sind für uns die Fans und die Verbindung zu ihnen. Sie sind diejenigen, die uns voranbringen. Ohne unsere Fans würde ich wahrscheinlich in einem 9 to 5-Job arbeiten. Genau das, was ich hasse".
Am Ende spricht die Band am besten durch ihre Texte, und wenn Bouvier in Shut Up singt: Nothing you say today will ever bring me down, ist das keine kalkulierte Rebellion, sondern die blanke Wahrheit.


Diskographie

Your Love is a Lie

Single

Warner Music






Artikel von: Redaktion Quelle: Warner Music Letztes Update: 13.11.2008








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