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Amerie

Amerie - Foto Copyright: Michael Brandt

Foto: Michael Brandt

Seit ihrem Profi-Debüt im Jahre 2002 hat sich Amerie ebenso kontinuierlich wie beharrlich einen festen Platz im R&B-Businesss erarbeitet – trotz oder gerade wegen ihrer konsequenten Weigerung, das gängige Regelwerk des eigenen Genres vorbehaltlos anzuerkennen bzw. zu befolgen.


Verwandte Genres

RnB Hip-Hop Pop

Biographie

Versucht man, das Schaffen und Wirken der 26-jährigen Schönheit mit einigen griffigen Substantiven einzugrenzen, fallen zwangsläufig Begriffe wie Sängerin, Songwriterin, Produzentin und Schauspielerin. Doch damit wird man einer Künstlerin wie Amerie Mi Marie Rogers kaum gerecht. „Ich bin eine Weltbürgerin“, scherzt sie – hat aber durchaus recht, wenn man ihren familiären Hintergrund betrachtet. Als Tochter einer koreanischen Mutter und eines afroamerikanischen Vaters wuchs sie mit Koreanisch als erste Sprache auf. Als „Kind des Militärs“, wie sich selbst gerne bezeichnet, reiste sie ihr gesamtes Leben um die Welt, lebte u.a. zeitweise in Deutschland, Südkorea, Alaska, Texas und Washington DC. So lernte sie von frühester Kindheit die Welt und v.a. ihre Einwohner kennen, die sich für Amerie seit jeher viel mehr über ihre Gemeinsamkeiten als ihre Unterschiede definieren - ganz unabhängig von ihrer Kultur und ihrer geographischen Herkunft.
Ameries Debütalbum „All I Have” wurde von Kritikern überall auf der Welt völlig zu Recht als erfrischende Brise gefeiert, schon bald darauf zog die zierliche Künstlerin mit der großen Stimme auch die Aufmerksamkeit zahlreicher Musikfans und –käufer auf sich. Doch nach dem Top-Ten-Erfolg ihres Erstlings in den USA tat Amerie etwas, was man sich als Neuling im Pop-Biz eigentlich kaum erlauben kann: Sie legte eine zweijährige Pause ein. „Ich hatte schon immer geplant, eines Tages in einem Film mitzuspielen“, gibt sie zu, „ich war nur überrascht, dass sich so schnell die Gelegenheit bieten würde, also ergriff ich sie. Ich musste es einfach tun!” Sie arbeitete an der Entwicklung einer neuen Show des US-Senders BET („Black Entertainment Television“) mit, in der Musikvideos eine zentrale Rolle spielen. Als Host der Sendung mit dem Titel „The Center“, aber auch durch ihre Mitarbeit hinter den Kulissen bescherte Amerie der Show die höchsten jemals auf diesem Sendeplatz erzielten Einschaltquoten. Doch bereits einige Wochen nachdem die letzte Episode abgedreht war, stand Amerie wieder vor der Kamera, diesmal in einer Hauptrolle in dem von Oscar-Preisträger Forest Whitaker inszenierten Film „First Daughter“, einer romantischen Komödie mit Katie Holmes und Michael Keaton. In der Endphase der Filmaufnahmen begann sich Amerie immer mehr nach einem Tonstudio zu sehnen, und einige Wochen nach Abschluss der Dreharbeiten war sie bereits wieder in New York, um neues Songmaterial zu schreiben und aufzunehmen.
Das Ergebnis war das hervorragende Follow-Up-Album „Touch“, das u.a. den Sommerhit „1 Thing“ hervorbrachte, der in den USA die Top Ten und in England die Top 5 der Single-Charts erreichte. Das folgende Jahr glich einem Wirbelsturm: Zunächst wurde Amerie für zwei Grammys nominiert, dann erhielt sie bei den „Lady of Soul Awards“ den „Aretha Franklin Entertainer of the Year Award“, den „ASCAP Soundtrack Song of the Year Award”, den “Club Banga of the Year Award” des Vibe-Magazins und fand sich dank ihres atemberaubend exotischen Aussehens und „Millionen Dollar“-Beinen in der Liste der “100 Most Beautiful of the Year” des People-Magazins wieder. Im August 2005 war sie dann die erste Amerikanerin asiatischer Abstammung, die es auf das Cover des Vibe-Magazins schaffte. Doch wer Amerie kannte, dem war längst klar: Trotz all dieser Erfolge und Anerkennungen war Ausruhen ihre Sache nicht.
„Ich habe es immer geliebt, Musik zu machen. Als ich in der Highschool war, nahm ich Songs auf, die ich selbst geschrieben hatte, indem ich zwei Kassettenrecorder mit zwei verschiedenen Tapes verwendete. Ich nahm zuerst den kompletten Song auf das erste Tape auf, dann spielte ich ihn ab, sang die Harmonien dazu und nahm das ganze mit dem zweiten Kassettenrecorder auf. Das wiederholte ich so lange, bis der Song komplett war: Harmoniegesang, Background-Vocals, alles.“ Ihr drittes Album zu produzieren, zu schreiben und zu arrangieren erinnerte Amerie an jene längst vergangenen Zeiten. „Ich hatte das Gefühl, so viel Musik in mir zu haben, die einfach raus musste. In der Gesangskabine war ich unglaublich nervös, denn ich hatte so viele Melodien und Harmonien, die ich unbedingt auf etwas Bleibendes bannen musste! Das Gefühl, etwas im eigenen Kopf zu hören und es dann wirklich aufzunehmen, ist einfach unbeschreiblich. Es ist der absolute Wahnsinn.“ Dieser Kreativitätsschub ist auf Ameries neuem Album „Because I Love It“ in jedem Moment zu hören und zu spüren. Ihr drittes Werk unterstreicht einmal mehr ihre Stellung als absolute Ausnahmekünstlerin – nicht nur in ihrem Genre.
„Für mich ist der Schlüssel zu allem ganz klar, mir selbst treu zu bleiben. Meine Musik muss nach mir klingen. Ich kann nur ich selbst sein und ich werde erst gar nicht versuchen, jemand anderes zu sein. Seit meiner Kindheit wollen mich die Leute über meine ethnische Herkunft definieren, in der Musikindustrie werden durch meine Hautfarbe, mein Geschlecht und meinen Background bestimmte Erwartungen an mich gestellt – doch ich habe mich davon nicht beirren lassen, sondern einfach die Musik gemacht, die ich machen wollte.“ Zu Beginn ihrer Karriere gab es sogar Menschen, die Ameries Bildung (sie besitzt einen Bachelor der Georgetown Universität) als hinderlich für ihre Karriere als „Recording Artist“ einstuften. Die Künstlerin selbst empfand derlei Mutmaßungen allerdings als „absolut lächerlich! Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Weg, den er oder sie geht. Es ist wie diese Art von Fragebögen, mit denen man immer wieder konfrontiert wird. Es gibt Leute, die wollen einen immer in ein kleines Kästchen zwängen: ‚Bitte nur eines ankreuzen’ heißt es dann. Wem bitte wird so etwas denn gerecht?“
Ihrer eigenen Vision treu zu bleiben und während des kreativen Prozesses nicht ständig alles zu hinterfragen fiel Amerie ab und zu schwerer als gedacht. „Ich wollte meine Musik frei von allen Befürchtungen und Ängsten machen, aber natürlich stellte ich mich ständig selbst in Frage. ‚Ist die Platte vielleicht zu sehr dies? Oder möglicherweise zu sehr das?’ Letztendlich musste ich aber dann doch sagen: ‚Es ist mir egal! Ich liebe es und ich mache es einfach! Musik ist ein so wichtiger Teil von mir. Sie lebt in mir, und für mich ist Musikmachen wie Atmen.“ Als Ganzes betrachtet lässt sich „Because I Love It“ kaum auf einen kurzen Nenner bringen. Trotz der zahlreichen stilistischen Elemente (Seventies Soul, Achtziger Jahre New Wave, HipHop und Live-Instrumentierung) ist der Sound außergewöhnlich geschlossen und macht durchweg Sinn. Und obgleich die Inspirationsquellen mannigfaltig sind, ist die Zusammenstellung des Materials unverkennbar Amerie: Starke, aggressive Vocals, wunderbare Melodien und anmutige Harmonien.
Die erste Single des Albums mit dem Titel „Take Control“ behandelt das Thema Liebe aus einer sehr eigenen Perspektive. Produziert wurde der Song von Amerie zusammen mit Len Nicholson, Mike Caren und Cee-Loo (Gnarls Barkley). Zu einer funky Gitarre und knackigen Bläsern fleht Amerie ihren Angebeteten an, doch bitte endlich die Initiative zu ergreifen. „Make Me Believe“ ist die wunderbare Coverversion eines Songs des Curtis-Mayfield-Protégés Patti Jo. Amerie gibt sich tough und geradeheraus, jedoch auf eine sehr samtene Art und Weise. Das ganze Album atmet den Geist der Siebziger Jahre. Amerie nahm sogar selbst eine Flöte zur Hand, die auf der Platte zu hören ist. „Some Like It“ enthält ein Sample aus Malcolm McLarens „World’s Famous“. Die Idee dazu entstand bei einer gemeinsamen Fahrt von Amerie und Nicholson zum Flughafen, auf der die beiden ein altes Oldschool-Mixtape hörten. „Es schien uns eine witzige Idee, zu diesem Beat zu singen. Wir spielten mit dem Arrangement herum und letzten Endes wurde ein ziemlicher ‚Feel-Good-Song’ daraus.“ Der Text und die Art und Weise, wie Amerie ihn singt, zeigen eine recht großspurige Seite der Sängerin. Der Sound ist eine drastische Abkehr von dem Sound, den man von dem Album bis zu diesem Zeitpunkt gewöhnt ist. Ein innovativer Track, einerseits smooth und dennoch knallhart auf den Punkt – dabei erscheinen ganz unweigerlich vor dem geistigen Auge des Hörers Bilder von Menschen auf Rollerskates an einem sonnigen Tag. „Crazy Wonderful“ handelt davon, einen ziemlich sexy Coca Lover zu küssen und entstand aus einem Gespräch mit ihrer Schwester zum Thema Lippenstift. „Manchmal erscheint es so sinnlos, überhaupt Lippenstift zu tragen, denn jedes Mal, wenn man küsst, ist er sowieso wieder weg. Frauen meckern ständig darüber, also beschloss ich, einen Song darüber zu schreiben.“ Der erotischste Song auf „Because I Love It“ ist allerdings „That’s What U R“, auf dem Amerie eine ganz besondere Art von Person lobpreist, der die Geduld aufbringt, die gemeinsame Beziehung auf ein nächst höheres Level zu bringen. „Eine Frau weiß, wann sie bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Es kann einige Zeit dauern, deshalb bedarf es schon eines sehr besonderen Mannes, der warten kann, bis sie soweit ist.“
Das überschäumende „Crush” weckt in uns Erinnerungen an die musikalische Coolness der frühen Achtziger Jahre und erinnert uns daran, dass man nicht über Liebe sprechen kann, wenn man die Existenz ihrer dunklen Seite nicht anerkennen will. „Paint Me Over“ ist ein wunderbar geschriebenes Stück, bei dem sich sowohl Frauen als auch Männer wieder finden können. „Ich schrieb diesen Song, nachdem ich darüber nachgedacht hatte, was es eigentlich bedeutet, sich wirklich in einer Beziehung zu verlieren. Nicht nur sich selbst aufzugeben, sondern jemand anderem zu erlauben, dich komplett zu verändern; im Prinzip zuzulassen, dass jemand dich komplett ‚übermalt’. Eine solche Beziehung ist von Vornherein dem Untergang geweiht.“
Von den Aufnahmen in ihrem Schlafzimmer während ihrer Highschoolzeit und ihren Auftritten in lokalen Talentshows bsi hin zu den Songwriting- und Aufnahme-Sessions im Studio und Konzerten auf der ganzen Welt hat Amerie mit ihrem neuen Album „Because I Love It“ ihre Liebe und Wertschätzung für Musik zu einem neuen Höhepunkt geführt. Ihre Trademark-hafter rauer Gesang und ihr engelsgleiches Falsett machen Amerie zu einer der vielseitigsten und ehrlichsten Sängerinnen unserer Tage. „Ich habe gelernt, dass wenn du etwas tun willst – dann tu es! Hab keine Angst! Beschränke dich nicht. Ob es eine Karriere ist, die man einschlagen möchte, oder ein Buch, das man schreiben will, oder ein Weg, den sonst niemand beschreitet… tu es!“ Amerie hat dieses Credo verinnerlicht und ein erstaunliches drittes Album erschaffen, das sich simpler Klassifizierung rigoros entzieht. Es ist nicht wirklich straighter R&B, es ist weder Sventies- noch Eighties-Retro, und auch die Genre-Bezeichnung HipHop-Soul wird „Because I Love It“ zu keiner Zeit nicht gerecht. „Es ist ganz einfach Musik, die aus meinem Herzen kommt“, sagt Amerie. Genau wie es sein sollte.


Diskographie

Because I Love It

Album

Col (Sony Music)

Touch

Album

Smi Col (Sony Music)

Playlist: the Very Best of Amerie

Album

Col (Sony Music)

All I Have

Album

Import (Megaphon Importservice)

1 Thing

Single

Import (Megaphon Importservice)

Take Control

Single

Col (Sony Music)

Because I Love It More

Album

Japan (Megaphon Importservice)

Gotta Work/Basic

Single

Col (Sony Music)

Best 15 Things

Album

Import (Megaphon Importservice)






Artikel von: Redaktion Quelle: SonyBMG Letztes Update: 05.06.2008








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