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Natasha Bedingfield

Natasha Bedingfield - Foto Copyright: SonyBMG

Foto: SonyBMG

Natasha Bedingfield hat weltweit mehr als sechs Millionen Platten verkauft und ist eine der wenigen britischen Sängerinnen, die nicht nur in Europa, sondern auch in den USA höchst erfolgreich sind.


Verwandte Genres

Pop Rock RnB

Biographie

Ihre Single „Unwritten” brachte ihr im November 2005 den ganz großen Durchbruch in den Vereinigten Staaten. Schon die Vorgängersingle, der UK-Nummer-1-Hit „These Words“ (erreichte Platz zwei in Deutschland), kletterte bis auf Platz 17 der US-Billboard-Charts. „Unwritten“ toppte den Erfolg von „These Words“ und landete in den Top 5 der Billboard-Single-Charts (und sogar auf Platz eins in den Billboard-Chart-Rubriken „Pop“ und „Dance Club Play“). Zwanzig Jahre lang war keine britische Solokünstlerin in den US-Charts so erfolgreich gewesen wie Natasha Bedingfield. Das US-Magazin Vanity Fair ernannte sie zur Anführerin einer neuen Britpop-Invasion und Natasha wurde neben Schauspielerin Mia Farrow und Rapper Common als Werbegesicht für die US-Modemarke Gap unter Vertrag genommen. Sie jammte mit ihrem Helden Prince bei einer privaten Feier, wurde von Bono eingeladen, an seiner (RED)-Kampagne teilzunehmen und ihr Song „Unwritten“ wurde zum meistgespielten Song im US-amerikanischen Mainstream-Radio des Jahres 2006. „Unwritten“ wurde außerdem in der Kategorie „Best Female Pop Vocal Performance“ für einen Grammy nominiert.
Mit der UK-Top-3-Single „Single” begann Natashas Pop-Karriere im Mai 2004. Die kleine Schwester von UK-Popstar Daniel Bedingfield galt als fröhliche, unabhängige Girlie-Ikone. Umso erstaunlicher, dass die neue Single „I Wanna Have Your Babies“ (erscheint im April 2007) unmissverständlich zum Eingehen einer festen Bindung auffordert. „Tja, das ist eindeutig, oder?“ lacht Natasha, 25. „Ab jetzt wird jeder Typ, den ich kennen lerne, wahrscheinlich erst mal auf Abstand gehen.“
Die erste Single vom neuen Album „N.B.” (erscheint ebenfalls im April 2007) ist ein augenzwinkernder, aber durchaus ernstgemeinter Hinweis auf Natashas sich ändernde Prioritäten im Leben. „Ich möchte Musik machen, die zu mir passt und widerspiegelt, wer ich bin. Auf meinem ersten Album ging es um Unabhängigkeit und eine gewisse jugendliche Flatterhaftigkeit. Ich bin nach wie vor ein sehr unabhängiger Mensch und möchte nicht auf meine Freiheit verzichten. Aber manche Dinge haben sich geändert. Ich habe Dates gehabt, einen Partner gesucht, nach Mr. Right Ausschau gehalten und so weiter. Das ist eines der Themen des Albums.“ Persönliches Liebesglück und das Leben als erfolgsverwöhnte Künstlerin, das musste Natasha Bedingfield lernen, gehen nicht ohne weiteres zusammen. „Ich laufe bestimmt nicht rum und sage: ‚Hey, ich bin so toll.’ Natürlich ist es in meinem Job auf den ersten Blick einfach, Männer kennen zu lernen, weil man viel herumkommt und viele verschiedene Leute trifft. Wenn ich wollte, könnte ich in jedem Land einen anderen haben ... das wäre vielleicht auf die Dauer zu anstrengend. Jedenfalls braucht es schon einen sehr selbstbewussten Mann, um mit einer Frau zurechtzukommen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit wohlhabender und erfolgreicher ist als er selbst. Viele Männer trauen sich nur dann, mich anzusprechen, wenn sie schon ein paar Gläser intus haben. Das lässt sie leider meistens nicht wirklich gut aussehen. Ich hab’s nicht leicht, das muss ich schon sagen.“
Wie dem auch sei, der entscheidende Vorteil ist, dass ein unstetes Liebesleben in der Regel haufenweise Material für Songs hergibt. „Diese ganzen Verabredungsgeschichten sind so kompliziert“, seufzt Natasha. „Früher gab es klare Regeln, wie das abzulaufen hat, wenn ein junger Mann eine junge Frau näher kennen lernen möchte. Das gibt es heute kaum mehr. Da legt man einfach los und hofft, dass man instinktiv das Richtige tut. Diesen ganzen Prozess finde ich verwirrend und faszinierend. Es ist wie ein Tanz mit einer enorm anspruchsvollen, geheimen Choreographie. Das Flirten und Spielen, das Annähern und Entfernen. Wieviel darf man preisgeben, was muss man verbergen?“
Das neue Album wurde in Los Angeles aufgenommen und von Bedingfield mitgeschrieben und mitproduziert. Das Team, mit dem sie zusammengearbeitet hat, kann sich sehen lassen: Mike Elizondo (Eminem, Dre, 50 Cent), Adam Levine, Greg Kirsten (Beck, Lily Allen), Steve Kipner, Andrew Frampton, Wayne Wilkins, Danielle Brisebois und Wayne Rodrigues (alles alte Bekannte) und Pat Leonrad, ein langjähriger Wegbegleiter von Madonna. „Ich lebte am Strand in der unmittelbaren Nähe des Studios. Wenn ich schreibe, mache ich immer erst ein Brainstorming und jamme dann drauflos. Das ist alles sehr unmittelbar und direkt.“
In den vergangenen zwei Jahren hat Natasha eine enorme persönliche Veränderung erlebt. „Ich habe anderthalb Jahre in Amerika gewohnt. Es war das erstemal, das ich längere Zeit weg war von meiner Familie und meinen alten Freunden. Ich glaube, dadurch bin ich erst richtig erwachsen geworden.“ Natashas Erfolg im Vereinigten Königreich und auf dem europäischen Kontinent kam 2004 quasi über Nacht. Ihre zweite Single „These Words“ schoss in den UK-Charts auf Platz eins, ebenso ihr Debütalbum „Unwritten“. Und dann zeigten auch noch die USA Interesse – immer noch ein kaum zu knackender Markt für britische Popstars. „Der US-Musikmarkt hat seine eigenen Gesetze“, erklärt Natasha. „Dort ist es egal, was du anderswo erreicht hast, du fängst auf jeden Fall wieder bei Null an. Du musst dich ganz neu präsentieren und zeigen, was du kannst. Das muss man natürlich wollen. Ich bin in Begleitung eines einzigen Gitarristen herumgereist und habe lokale Radiosender besucht und kleine Shows gespielt. Ich war jeden Tag in einem anderen Bundesstaat und habe dort jeweils in drei verschiedenen Städten gespielt; vier oder fünf Monate lang, Tag für Tag; manchmal vor nur zehn oder zwanzig Leuten. Das war schon seltsam, vor einem so winzigen Publikum zu spielen. Das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Da spielst du in so einem Nest mitten im Nirgendwo vor zwei Dutzend Leuten und am Ende kommen ein paar junge Mädchen zu dir her und sagen artig: ‚Wir wünschen dir alles Gute und viel Erfolg.’“
Natasha Bedingfields Single „Unwritten” wurde in den USA 1,4 Millionen mal heruntergeladen und verschaffte ihr einen Nummer-1-Hit in den US-Billboardcharts (Kategorie Pop) – das war als letzter britischer Solo-Popsängerin Kim Wilde vor neunzehn Jahren mit „You Keep Me Hangin’ On“ gelungen. „Ich habe den amerikanischen Traum am eigenen Leib erfahren; diesen Prozess, dass du als Niemand anfängst und dir selbst alles erarbeitest. Das hat mich Demut gelehrt, war aber auch befreiend. Eigentlich ein guter Ausgangspunkt um neue Songs zu schreiben.“
Bedingfield ist nicht auf den Mund gefallen und mit Plattitüden kann sie wenig anfangen. Ihre Texte und ihre Musik sind eingängig, aber nie gefällig oder platt. Popmusik muss keineswegs oberflächlich sein, um einem amerikanischen Millionenpublikum zu gefallen. „Ich mag Musik, die etwas aussagt und nicht nur formelhaft vorgebliche Gefühle absondert. Ich hoffe, dass jede und jeder, die oder der meine Musik hört, die unterschiedlichen Schichten in meinen Stücken erkennt. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch etwas kommunizieren und mich mit keiner undurchdringlichen, hoch komplexen Schutzhülle umgeben. Pop ist nicht elitär, Pop soll Menschen zusammenbringen. Pop ist für alle da. Ach ja, und ich liebe es, zu tanzen. Experimentelle Musik ist super und gefühlsbetonte Singer/Songwriter auch, aber dazu kann man eben schlecht mit dem Popo wackeln.“
Das Album verrät viel über Natashas emotionalen Zustand und ihre Erfahrungen im Musikgeschäft, die nicht immer nur positiv waren. „Im vergangenen Jahr habe ich festgestellt, wo meine Grenzen sind. Es ist nicht leicht, als Frau in einem von Männern dominierten Geschäft zu bestehen. Ich habe mich so verausgabt, um den Erfolg in Amerika zu schaffen. Ich fühlte mich erschöpft und zerbrechlich. Ich war immer der Meinung, das Leben ist ungeschrieben, ‚unwritten’, eine leere Seite, die man füllen kann, mit was immer man möchte. Ich musste lernen, dass es nicht reicht, die Dinge positiv zu sehen, sich zurückzulehnen und darauf zu warten, dass einem alles in den Schoß fällt.“ Für Bedingfield ist eines der Schlüsselstücke auf dem neuen Album der Song „Soulmate“, eine Ballade, in der sie fragt „Somebody tell me why I’m on my own / If there’s a soul mate for everyone?” („Warum bin ich allein/ wenn doch jeder angeblich einen Seelenverwandten hat?“). „Meine Eltern beraten Menschen mit emotionalen Problem. Ich hatte also ständig vor Augen, dass Beziehungen leicht zerbrechen können und dass es nicht so einfach ist, aus einem Tief herauszukommen. Wahrscheinlich weiß ich einfach viel zu viel über diese Dinge. Genug, um mich vor emotionalen Verpflichtungen zu fürchten! Selbst wenn man einen tollen Menschen kennen lernt, heißt das noch lange nicht, dass die Sache gut ausgeht. Aber wenn man immer nur Angst hat, kommt man auch zu nichts und an Spaß am Leben ist nicht zu denken. Also finde ich mich einfach damit ab, dass das Beziehungsleben eben kompliziert ist.“
Natasha ist in einer Familie aufgewachsen, in der Spiritualität und Kreativität sehr wichtig waren. „Schon als ganz kleines Kind war mit klar, dass es eine spirituelle Dimension gibt. Dieses Bewusstsein hat meine Kreativität gefördert.“ Doch Natasha liegt es fern, andere zu bekehren. „Glaube ist eine private Überzeugung.“ Bedingfield möchte lieber mit Taten statt mit Worten Zeichen setzen – etwa durch ihr Engagement für die (RED)-Kampagne oder andere wohltätige Projekte in verschiedenen Ländern. „Es tut mir gut, Dinge zu tun, die mich wieder näher an das wirkliche Leben bringen,“ sagt sie. „Was ist Erfolg? Erfolg kann eine Karriere sein oder Geld. Ich habe Leute gesehen, die sich total verbiegen und alles tun, um erfolgreich zu sein. Ich glaube nicht, dass es das wert ist.“ „Pirate Bones”, ein anderer neuer Song, bringt ihre Einstellung besonders deutlich auf den Punkt. „In dem Song geht es darum, wie es ist, berühmt zu sein. Jeder kennt dich, das ist nett, aber manchmal möchte man sich einfach nur frei und ungestört bewegen. Du verkleidest dich mit Hut und Sonnenbrille und trotzdem wirst du erkannt. Die Anonymität aufzugeben ist ein großer Schritt, dessen muss man sich bewusst sein. Also sollte man sich einfach entspannen und es genießen, eine öffentliche Person zu sein. Wenn du dich verkrampfst und keinen Spaß mehr am Leben hast, dann verhältst du dich wie ein Pirat, der auf seiner einsamen Insel auf seinem Schatz sitzt, jedes Goldstück bewacht und ständig Angst hat, dass ihm jemand alles wegnimmt. Da hat doch keiner was davon, am wenigsten man selbst.“


Diskographie

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Artikel von: Redaktion Quelle: SonyBMG Letztes Update: 05.06.2008








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