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Malia

Malia - Foto Copyright: Thierry Legoues

Foto: Thierry Legoues

Geboren ist Malia in Malawi, einer winzigen ostafrikanischen Republik zwischen Mosambik, Tansania und Sambia, die erst kurz vor Malias Geburt ihre Unabhängigkeit von der Britischen Krone erhielt. Malias Mutter war Afrikanerin, ihr Vater Engländer, und diese Konstellation, diese Mischung aus Schwarz und Weiß setzte den Grundtenor für Malias Leben.


Verwandte Genres

Jazz Pop

Biographie

Malia verbrachte eine ganz normale glückliche Kindheit in Afrika, ein unaufgeregtes Leben innerhalb der Familie mit geringem Kontakt zur Welt außerhalb. Auch das Lokalradio mit zwei Kanälen, einem in Englisch, einem in der lokalen Sprache, verbreitete traditionelle afrikanische Musik.
Gegen Ende der achtziger Jahre zog die Familie aus politischen Gründen ins Exil nach London. Die vierzehnjährige Malia entdeckte eine vollkommen neue Welt und suchte Zuflucht bei der Musik: entgegen dem damaligen Wave Trend fand sie den Jazz - seine Entdeckung war eine regelrechte Offenbarung für sie.
Besonders die Stimmen von Sarah Vaughan und Billie Holiday berührten sie sehr und ihr wurde schlagartig klar, dass auch sie früher oder später Sängerin werden würde.
Nach Abschluss der Schule und diversen Jobs als Kellnerin, schlug sie sich als Backgroundsängerin in Popbands durch und machte ihr ersten Erfahrungen mit dem Musikbusiness. Doch sie wollte mehr und so begann sie, ihre Karriere selbst in die Hand zu nehmen. Sie fand einen Pianisten, der Ihr Songs schrieb und der sie begleitete, sie engagierte Begleitmusiker und trat in Bars auf, organisierte ihre Auftritte selbst mit großem Engagement.In einem New Yorker Restaurant hörte sie zufällig einen Song, der sie sofort fesselte. Sie ließ nicht locker, bis sie die Telefonnummer des Produzenten herausgefunden hatte. So kam es zu der Begegnung mit André Manoukian.

Für Produzent Manoukian war es, als hätte er auf wundersame Weise eine Stradivari in die Hand bekommen, und Malia hatte ihren Pygmalion gefunden, der ihr den richtigen Weg weisen würde. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war ihr Debütalbum "Yellow Daffodils", ein Werk, das Malia unversehens in die oberste Liga junger Sängerinnen katapultierte. Malia ist der Traum eines jeden Komponisten", schwärmt André Manoukian. "Sie kann einfach alles singen, Jazz, Pop, Gospel, Soul - einfach alles. Sie hat etwas Zerbrechliches in ihrer Stimme, eine gewisse Zurückhaltung und Unschuld. Das ist weit mehr als reine Technik. Einerseits geht sie die Melodie direkt an und hält sich an sie, andererseits drückt sie trotzdem den Songs ihren ganz eigenen Stempel auf. Sie verkörpert eine unglaubliche Mischung aus klassischer Zeitlosigkeit und höchst brisanter Modernität." Den Charme dieser außergewöhnlichen Stimme kann man kaum besser beschreiben.

Ihr zweites Album, Echoes of Dreams, erschien 2004. „Als wir mit den Aufnahmen begannen, waren wir noch immer von der Rockatmosphäre der Konzerte erfüllt und André und ich wollten etwas ähnliches für dieses Album“, erinnerte sich Malia. „Ich denke, ich habe zu zurückhaltend gespielt“, gibt André zu. “Wir hätten nach Louisiana fahren und mit ein paar regionalen Musikern spielen sollen, um dem Album eine richtige Bluesnote zu verleihen. Stattdessen entschied ich mich für einen Kompromiss und wir verbockten es.” Der Vorteil von Fehlern besteht schließlich darin, dass man aus ihnen lernen kann und schließlich erscheint nun mit Young Bones das dritte Album.

André fast die Ereignisse folgendermaßen zusammen: “Dieses Mal haben wir die Sache genau umgekehrt angepackt. Sie hat die Texte geschrieben und ich habe die Musik dazu komponiert. Wir baten den anderen nicht um Rat, sondern wir fanden einen Weg in Richtung eines bestimmten musikalischen Klassizismus, bei dem jazzige Balladen vom Klavier, dem Doppelbass, dem Schlagzeug und den Streichinstrumenten begleitet werden.” Beim Schmuck wird das als eine Schatulle bezeichnet. Ab Mr Candy wurden all diese Versprechen, die seit Yellow Daffodils in der Luft hingen, wie von magischer Hand erfüllt, ganz besonders das Gefühl, in der Anwesenheit einer außergewöhnlichen Stimme zu sein, deren Emotion ihre Raffinesse verfeinert, ohne von ihr gefesselt zu sein. Es versteht sich von selbst, dass diese Art der Ballade, bei der man schwören könnte, dass sie im gedämpften Licht einer Piano Bar komponiert wurde, perfekt zu Malia passt, und sie fügt dem Lied die zeitlose Qualität großer Klassiker hinzu. Sie singt mit dem strahlenden Gefühl einer Frau, die daran glaubt, es mit jeder Faser ihres Körpers atmet und die Narben davon trägt (Paul Kee). Sie singt über die Stadt mit dem Staunen einer jungen Frau, die zum ersten Mal eine Stadt durchläuft, wie in Two Fugitives und City Promises, beides Lieder, die mehr Bossa Novo als Nova sind. Diejenigen, die sie jedoch als eine frivole Sängerin betrachten, deren Hauptthemen Liebe und Mode sind (vergleiche Purple Shoes auf Yellow Daffodils), müssen sich eines besseren belehren lassen. Eine Reise nach Malawi verbesserte ihre Fähigkeiten als Songschreiberin und sie schaffte es, das gesamte Ausmaß ihrer Verbindung zu ihrem Heimatland zu ermessen und sich der Würde der dort lebenden Menschen bewusst zu werden (die zu den ärmsten in Afrika gehören und die höchste Aidserkrankungsrate aufweisen). Deshalb bilden Wonderland und The Stem, the Thorn and the Roses – das die kraftvolle Feierlichkeit einer Hymne und die Zerbrechlichkeit eines Liebeslieds in sich trägt – zwei der Höhepunkte dieses Albums und es ist zudem nicht ein Tiefpunkt auf dieser Platte enthalten. Eine solch ungewohnte Ernsthaftigkeit betont im Gegenzug dazu den Optimismus von Liedern wie Plus Je T’Embrasse, ein auf Französisch mit diesem sexy Akzent gesungenes Cover der amerikanischen Sängerin Blossom Dearie oder das ansteckende Salmon-Colored Man. Malia beweist hier, dass größere Reife und Menschlichkeit nicht auf Kosten der Freiheit einer angenehmen Leichtigkeit des Geistes kommen müssen. Diese innere Stärke scheint sie mit ausreichend Autorität durchtränkt zu haben, musikalische Richtungen auszuprobieren, die wir normalerweise nicht von ihr hören: Soul bei Richer than Bill Gates, bei der sie sich ihresgleichen wie Candi Stanton ebenbürtig erweist oder Electric Folk bei Black Bird. Und sie traut sich sogar an ein Lied von Radiohead, No Surprises, und wagt ein Cover des Musicals Hair. Die klassische Version stammt von Nina Simone und wenn man sich Rainbows anhört, fällt es leicht, sie sich als kleines Mädchen vorzustellen, dass den Blick gegen den Himmel richtet, wie Judy Garland in The Wizard of Oz, um ihre Träume von den Sternen noch lebendiger werden zu lassen.

Young Bones wurde in und nahe Paris im Studio von André Manoukian und im Ferber-Studio (mit René Ameline, der für seine Arbeit als Tontechniker auf dem Soundtrack zu The Umbrellas of Cherbourg bekannt ist) produziert.


Diskographie

Young Bones

Album

Epc (Sony Music)

Echoes of Dreams

Album

Sony Class (Sony Music)

Yellow Daffodils

Album

Sony Class (Sony Music)

Yellow Daffodils (incl. 5 Bonustracks - exklusiv bei Amazon.de)

Album

Scl (Sony BMG)

Young Bones (exklusiv bei Amazon.de mit Bonus-Track)

Album

Epc (Sony BMG)

Echoes Of Dreams (Limited Edition im Digipack)

Single

Scl (Sony BMG)

Purple Shoes

Single

Scl (Sony BMG)






Artikel von: Redaktion Quelle: SonyBMG Letztes Update: 16.06.2008








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