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Johnossi

Johnossi - Foto Copyright: Johan Bergmark

Foto: Johan Bergmark

John + Ossi = Johnossi. Einfache Rechnung. „Johnossi ist das, was passiert, wenn John und ich gemeinsam Musik machen“ konkretisiert Oscar Bonde, genannt Ossi.


Verwandte Genres

Alternative Rock

Biographie

Ossi kloppt mit Schmackes auf die Felle oder streichelt die Becken zärtlich mit dem Pinsel. Will heißen, er ist Drummer, und zwar ein guter. Ein spielerischer, variantenreicher, sich dabei nicht in den Vordergrund drängender Drummer. Und damit die perfekte Ergänzung für John Engelberg, der schon auf der Grundschule in Stockholm Ossis bester Kamerad war und der sich über die Teenagerjahre zu einem richtig guten, weil spielerischen und variantenreichen Sänger und Songwriter entwickeln sollte. Und zu einem so anerkannten Gitarristen, dass er – Achtung, Schwedenfans, jetzt kommt ein bisschen Namedropping – von Schwedens Superstar Håkan Hellström als Gitarrist für seine Liveband rekrutiert wurde, wo er die Rolle des für seine Solokarriere ausgestiegenen Timo Räisänen übernahm.

Aber zurück zu Johnossi. Wie fing es an? John: „Ich hatte schon seit einiger Zeit Songs für mich geschrieben, alleine, auf der Akustikgitarre. Da fühlte ich mich aber ziemlich eingeschränkt. Ich wollte endlich auch mal so richtig losrocken und dafür braucht es einfach fiese Drums. Ich wußte ja, dass Ossi ein sehr guter Drummer ist und dass er viele andere Musiker kannte. Also habe ich ihn eines Tages angerufen und wir haben ausgemacht, mal probeweise gemeinsam zu spielen und zu gucken, was passiert.“ Ossi übernimmt. „Schon beim ersten Mal waren wir begeistert und überwältigt. Es saß einfach alles. Es war... perfekt. Es hat sich erübrigt, noch andere Musiker ins Boot zu holen. Was wir beide nur mit Gitarre und Drums erreichen konnten, reichte ja völlig.“ Überhaupt hat so eine Besetzung als Duo nur Vorteile. Ossi: „Ich habe ja schon in verschiedenen anderen Bands gespielt... da streiten sich dann fünf Leute und jeder hat eine andere Meinung darüber, wo’s hingehen soll. Hier streiten wir nur zu zweit, das ist konstruktiver.“ Er überlegt kurz. „Nein, wir streiten ja gar nicht. Wir sind unsere besten Freunde. Und musikalisch sind wir sowieso immer der gleichen Meinung.“

Ein Gitarre/Drums-Duo also. Halt, da war doch was? Richtig, es drängt sich ein Vergleich auf. Der Formulierung „die schwedischen White Stripes“ stehen Ossi und John natürlich sehr skeptisch gegenüber. „Ich meine, klar, den Vergleich hören wir oft“ wählt John bedächtig seine Worte, „Die White Stripes sind klasse und es ist ja auch gewissermaßen eine Ehre, mit ihnen verglichen zu werden. Aber was sich da bei uns entwickelt hat, das kam von selbst. Es hat nichts damit zu tun, dass es die White Stripes gibt und da legen wir schon Wert drauf.“ Ossi wirkt genervt. „Die Leute werden doch einen Song hoffentlich nicht danach beurteilen, wie viele Mitglieder in der Band spielen. Ist doch wurscht, ob zwei Mitglieder, fünf oder zwanzig. Hauptsache, der Song ist gut.“ Das wiederum wird bei Johnossi keiner bezweifeln, denn ihre Songs sind famos. Prägnant, rund, dreckig, direkt, poppig, peppig, smart, verspielt. Da wird losgefetzt im „Execution Song“, da darf mitgeschnippt werden bei „Man Must Dance“, da darf man sich an Herz greifen zu Schleichern wie „Family Values“ oder „The Lottery“. Letzterer Song auch ein Beispiel für Johns Pfiffigkeit als Texter – ein Song übers Einsamsein wird ins Positive gewendet, denn die künftige Herzdame wird, so der Refrain „die Lotterie gewinnen“, wenn sie sich denn für John entscheidet. Bei der ersten Single „Execution Song“ wiederum geht es, so John, „natürlich nicht darum, jemandem etwas anzutun. Es ist ein Teil meiner Persönlichkeit, mit dem ich in dem Text abschließe. Den Teil von mir, der schüchtern und ängstlich ist. Der sich Dinge entgehen läßt, weil er nicht traut, danach zu fragen. Ich wollte nicht mehr so sein, also habe ich diesen Song geschrieben, der mir sagen soll: Schluss damit. Er ist also durchwegs positiv, es ist ein Song über Aufbruchsstimmung.“

Mit Liedern wie diesen konnten Johnossi dann auch selbst in der bekanntlich schier unüberschaubaren schwedischen Musiklandschaft schnell für Furore sorgen. „Schon nach unserem dritten Gig hatten wir einen Plattenvertrag“ staunt John heute noch. Ein Vertrag allerdings, mit dem die beiden nicht glücklich werden sollten: „Es war ein winziges Label, das einfach keine Ahnung hatte. Die machten null Promotion. Sie freuten sich, wenn wir wieder eine tolle Livekritik bekommen hatten, aber taten selbst gar nichts.“ Ossi: „Und als die Erstauflage ausverkauft war, preßten sie einfach nicht mehr nach. Sie waren zufrieden. Wir hatten ihre Erwartungen ja schon weit übertroffen.“ Er schüttelt den Kopf. „Wir starteten gerade so richtig durch, spielten immer größere Festivalauftritte, aber unsere Platte konnte man nirgends mehr kaufen.“
Dieser Vertrag ist inzwischen zum Glück Geschichte. V2 hat übernommen, das re-releaste Debütalbum steht wieder in den skandinavischen Läden und wird ab September auch auf die weiteren „Territories“ losgelassen. Bei einem ersten Deutschlandtrip im Rahmen der „Haldern geht zelten“ - Tour haben John und Ossi als unbeschriebenes Blatt schon für offen stehende Kiefer gesorgt und so stehen die Zeichen heute auf Sturm: Mit der richtigen Unterstützung im Rücken werden Johnossi ab jetzt so richtig durchstarten. Prima Nachrichten für alle – außer für Håkan Hellström, der sich wohl wieder nach einem neuen Gitarristen umschauen muss


Diskographie

All They Ever Wanted

Album

Universal (Universal)

Johnossi

Album

Import (Megaphon Importservice)

Execution Song Ep

Single

V2 Records (rough trade)






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update: 11.07.2008








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