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Chamillionaire

Chamillionaire - Foto Copyright: Jonathan Mannio

Foto: Jonathan Mannio

Dieser Typ aus Houston, Texas, der hat Nerven! – dieser Gedanke ging wohl so ziemlich jedem Fernsehzuschauer durch den Kopf, als MTV Anfang 2005 einen Beitrag über das kreative und kommerzielle Wiederaufleben der Rapszene von „H-Town“ ausstrahlte. Nach einem unverschämten Freestyle konnte man miterleben, wie sich ein stets fokussierter und in den höchsten Tönen gelobter MC namens Chamillionaire vor die amerikanische Bevölkerung stellte und stolz folgende Ansage zum Besten gab: „Ich bin die Wahrheit aus Texas.“ Auch wenn ein derartiges, recht abstraktes Statement sicherlich in der Geschichte des HipHop schon oftmals vernommen werden konnte, beschreibt es das Wesen von Chamillionaire doch absolut treffend. Der Kern dieser Aussage nämlich ist der Grund, der ihm u.a. den stolzen Beinamen „The Mixtape Messiah“ eingebracht hat: Cham wurde dieser Titel verliehen, als er ohne jeglichen Label-Support über 100.000 Einheiten seines „Get Ya Mind Correct“-Albums verkauft hatte. Auch von seinen unzähligen Mixtapes verkaufte er Tausende von Exemplaren. Das einstige Mitglied von Swisha House, der legendären Mixtape-Crew aus Houston, wurde nicht umsonst bereits in den einschlägigen HipHop-Publikationen (Source, XXL) abgefeiert, als er noch keinen Plattenvertrag in der Tasche hatte. Als sich das Rap-Wunderkind dann auf die Suche nach einem Vertriebsdeal für sein eigenes Chamillitary Records-Label machte, wurde allen im Handumdrehen klar, dass es sich bei Chamillionaire in der Tat um die ultimative HipHop-Wahrheit, um eine Offenbarung handelt.


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Rap Hip-Hop

Biographie

Mit seinem dieser Tage auf Universal Records erscheinenden Major-Debüt „The Sound Of Revenge“, wird Chamillionaire nun endlich denjenigen Spitzenplatz in der HipHop-Elite von Houston einnehmen, der ihm schon seit Jahren gebührt. Zwischen der neuen Rap-Generation (Lil’ Flip, Slim Thug, Mike Jones und Paul Wall) und den gestandenen Helden aus „H-Town“ (UGK und Scarface) hievt er seinen unverwechselbaren Style nun auf ein noch höheres Level. „Man kann unglaublich viele Rapper fragen, warum gerade sie die Besten sein sollen, und was sie dir dann erzählen werden, hat meistens gar nichts mit der Musik zu tun“, berichtet Cham lachend. „Sie werden dann sagen, dass sie die Chefs sind, weil sie die dicksten Felgen haben, eine Goldkette und einen riesiges Anwesen.“ Dann fügt er hinzu: „Von dem ganzen Hype um Chamillionaire wissen doch schon alle – jeder weiß, dass er unfassbare Texte hat, die Hooks singt und gleichermaßen für den Sound der Straße und der Clubs steht. Mein Ziel ist daher, diesem Ruf auch mehr als gerecht zu werden!“

Für sein Debütalbum hat Chamillionaire eine ganze Reihe von Talenten um sich versammelt: Lil’ Flip, Bun B, Scarface und Krayzie Bone stehen ihm verbal zur Seite, während angesagte Produzentengrößen wie Scott Storch (50 Cent), Mannie Fresh (Lil’ Wayne, Baby, Juvenile) und Cool & Dre (The Game) hinter den Reglern ihr Bestes geben. Trotzdem ist es seine Zusammenarbeit mit den aus Atlanta stammenden Beat-Wunderkindern von The Beat Bullies (Big Boi/OutKast), die auf weiten Strecken den Ton von „The Sound Of Revenge“ angibt: „Sie verstehen mich einfach“, erzählt Cham von seinen Stamm-Produzenten. „Es gibt so viele Produzenten, die gute Beats machen, aber die kennen mich einfach nicht gut genug. Sie wissen nicht, was ich mir als Künstler wünsche. [Die Beat Bullies] kommen aus Atlanta –, und sie können gleichermaßen Sounds für die Stripclubs, die Straße oder fürs Radio machen!“

Der Name „Chamillionaire“ unterstreicht dabei den einzigartigen Style, der ihn zu so einem Ausnahme-Rapper macht. Pausenlos testet er seine Grenzen aus, verändert sich konstant, so dass die Zuhörer ihn für seine stilistische Vielfalt einfach respektieren müssen! So ist auch das Album von Chamillionaire alles andere als vorhersehbar – Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit sind hier die Stichwörter: „Picture Perfect“, auf dem Bun B aushilft, ist eine deutliche Verneigung vor dem klassischen Ghetto-Gehabe von UGK, während das von den Beat Bullies produzierte „Radio Interruption“ die undeutlich gezeichneten Regionen zwischen Underground-Status und Massenkompatibilität ausleuchtet. Für den fast schon episch anmutenden Storytelling-Song „No Snitching“ (Cool & Dre) holt Cham dann besonders weit aus und klärt seine Zuhörerschaft über die ungeschriebenen Gesetze in der Hood auf, nur um direkt darauf an der Seite des Freestyle-Königs Lil’ Flip Houstons unmissverständliche Antwort auf einen Sommer-Club-Banger zu entwerfen: das von Scott Storch produzierte „Turn It Up“. Schließlich kann man Chamillionaire auf dem soulbeladenen „Here Comes The Rain“ sogar dabei zuhören, wie er die alltäglichen Probleme des Lebens in der Hood ganz persönlich artikuliert.

„Der Song ist absolut persönlich, und der Titel sagt eigentlich schon alles“, berichtet Cham vom bezeichnenden Track. „Der Regen steht für die existentiellen Probleme, mit denen wir alle zu kämpfen haben. Ganz egal, ob es nun um einen Todesfall geht oder einfach nur darum, dass deine Miete schon am 1. des Monats überwiesen sein sollte, es aber schon wieder der 3. ist und du einfach keine Kohle hast. Ich berichte in dem Song davon, wie es ist, harte Zeiten zu überstehen und zu überleben.“

Auch Chamillionaire hat eine Reihe von Hürden überwinden müssen, um schließlich auf der Gewinnerstraße zu landen. Als Sohn eines muslimischen Vaters und einer christlichen Mutter, war weltliche Musik immer ein großes Tabu. Chamillionaire war gerade erst ein Teenager, als er in die berüchtigte North Side-Gegend von Houston zog – seine Eltern hatten sich kurz zuvor getrennt.

Als Hakeem Seriki, so Cham bürgerlich, dann zu Beginn der 1990er mit den Sounds von NWA und Public Enemy bzw. mit der Musik von Lokalgrößen wie The Geto Boys, 8-Ball & MJG und UGK in Kontakt kam, wusste er sofort, dass auch er seine eigenen Rhymes schreiben wollte.

Mit 17 übernahm Chamillionaire dann gemeinsam mit seinem Freund und HipHop-Kollegen Paul Wall die Promotion-Aktivitäten für eine Reihe von Shows in Texas. Und irgendwann trafen die beiden dann auf Michael „5000“ Watts, den einflussreichen Gründer und Mitbesitzer von Swisha House. Was mit einem gewieften Businessvorschlag der beiden Teenager anfing, stellte sich schon bald als riesiger Karrieresprung heraus: Watts wollte, dass die beiden ein Freestyle-Intro für seine beliebte Radioshow (bei Houstons 97.9 Box) aufnehmen.

Nur kurze Zeit später waren die beiden MCs bereits Stammgäste auf den Mixtapes von Watts: Die Vokalgewitter, die sie über den abgehackten Beats des Radio-DJs abfeuerten, machten sie im Handumdrehen zu lokalen Rap-Helden. Und doch ernteten sie in erster Linie Respekt auf der Straße – viel Geld gab’s nicht. „Es war seltsam: Bei den Shows waren haufenweise Fans, die einem zujubelten, und dann ging man von der Bühne und stand immer noch genauso arm wie vorher da“, erzählt Chamillionaire heute. „Und gleichzeitig wollte ich nicht einer von denjenigen Rappern sein, die ihre Goldkette hochhalten, um damit Reichtum vorzutäuschen. Das war nichts für mich. Ich wollte mehr als das.“

Im Jahr 2002 verließ das damals unter dem Namen Color Changin’ Clique operierende Duo schließlich Swisha House und unterzeichnete einen Deal bei Paid In Full, dem Label von Mad Hatter, ebenfalls eine Radiogröße. Die Entscheidung stellte sich als goldrichtig raus, denn ihr gemeinsames Debütalbum „Get Ya Mind Correct“ sollte zu einem der erfolgreichsten Independent-Releases des Jahres werden: Die Verkäufe gingen im Handumdrehen in den sechsstelligen Bereich. Auch das Magazin Source kam an dem Album nicht vorbei und nominierte es zum „Indie-Album des Jahres“. Als Lil’ Flip dann Chamillionaire für sein Platin-Album „Underground Legend“ ins Boot holte, konnten die Majorlabels Cham gar nicht mehr übersehen. Dennoch verließ er zunächst das Indie-Label, um sich von nun an auf seine Mixtapes und sein dazugehöriges Label Chamillitary Records zu konzentrieren. Gemeinsam mit seinem Team, zu dem sein Bruder Rasaq (auch ein Rapper) und der einstige CEO von Swisha House, O.G. Ron C, gehören, setzt Cham nun endlich alles daran, seine Vision eigenhändig zu verwirklichen.

Darum auch der absolut treffende Titel seines kommenden Albums: „The Sound Of Revenge“ – ein unfassbar deutliches Statement über Engagement, Ausdauer und übersprudelndes Talent. An Chamillionaire, dem selbstbewussten und entschlossenen North Side-Kid aus Houston, kann ab jetzt keiner mehr vorbeikommen.


Diskographie

The Sound of Revenge

Single

Umvd Labels

Ultimate Victory

Album

Motown

Mix Tape Messiah 6

Single

101 DISTRIBUTION

Man On Fire (Double CD)

Album

BCDM/MoDo

The Mix Tape Messiah

Album

Bcd Music Group

Chamillitary

Single

BCD Music Group

Greatest Hits

Album

BCD Music Group






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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