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Mobb Deep

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In der HipHop-Welt sind 14 Jahre eine Ewigkeit. Nur wenige HipHop-Künstler können von sich behaupten, so lange im Geschäft zu sein. Noch viel kleiner ist allerdings die Zahl derjenigen, die während ihrer Zeit im HipHop-Biz Klassiker hervorgebracht haben.

„Shook Ones Pt.2“… „Survival of the fittest“… „Hell On Earth“… „Quiet Storm“… „Burn“… „ Twisted“

Für Ottonormalverbraucher liest sich diese Liste wie x-beliebige Songtitel. Für Studenten der HipHop-Kultur allerdings sind diese Wortkombinationen fast schon mit Überschriften zu wichtigen Kapiteln der HipHop-Geschichte gleichzusetzen. Schlägt man das Kapitel des Jahres 2006 auf, wird man eine Fortsetzungsgeschichte vorfinden, die davon berichtet, wie sich eine der einflussreichsten HipHop-Crews aller Zeiten einer noch viel größeren Truppe angeschlossen hat, um unter deren Dach ihr bis dato größtes Album zu veröffentlichen: Blood Money.


Verwandte Genres

Rap Hip-Hop Urban

Biographie

Blood Money ist bereits das siebte Album von Mobb Deep. Allerdings nur, wenn man die zahlreichen Solo-Projekte nicht mitrechnet – wie zum Prodigys H.N.I.C. (2002) oder ihr Mixtape-Album, das nur auf der Straße verkauft wurde. Was dieses Album bedeutet, ist folgendes: Den Aufstieg von Havoc und Prodigy, von New Yorker Rap-Helden zu internationalen Rap-Größen.

Seit sich Havoc und Prodigy in New York Citys „Arts and Graphics High School“ in Manhattan über den Weg liefen, ist HipHop ihr Leben. Vom Golden-Era-HipHop à la Run DMC, Rakim oder der Juice Crew beeinflusst, begannen Havoc und Prodigy zunächst unter dem Namen Poetical Profits Musik zu machen, nahmen aber schon bald ihren richtigen Namen an, um ihrem Ruf auf der Straße gerecht zu werden. Stets („deep“) „down“ mit einem Mob von Ghetto-Brüdern, reflektierte ihr Style das harte Klima, das gegen Ende der Achtziger bzw. zu Beginn der Neunziger in den Straßen von NYC herrschte – so war Mobb Deep also schließlich geboren.

Was zunächst als kleine Gruppe begonnen hatte wurde schon bald zu einer regelrechten Bewegung – mehr noch, zu einem eigenständigen „Sound“. Besagte musikalische Bewegung kam 1993 ins Rollen, mit ihrem Debütalbum Juvenile Hell. Ihre damalige Single „Hit it from the Back“ machte bereits damals deutlich, dass Havoc und Prodigy, noch Teenager wohlgemerkt, anders waren als die vielen „conscious“ Rapper dieser Zeit – ihr Style war ein lautstarkes Echo ihrer harten Jugend in den berüchtigten Queens Bridge-Häusern in NYC. Letztlich war es dann ihre Klassiker-Scheibe The Infamous (1994), die sie zu einer der einflussreichsten Crews im HipHop werden ließ. Mit Über-Singles wie „Shook One Pt.2“ und „Survival Of The Fittest“ bestückt, ist The Infamous ein Album, das noch heute von vielen zur besten HipHop-Platte aller Zeiten erklärt wird; Havoc und Prodigy waren zum Superduo der HipHop-Szene der Neunziger geworden. Schon zwei Jahre später folgte Hell on Earth, von dem weit über eine Million Alben über die Tresen gingen – das Album unterstrich noch einmal, dass Prodigy ein MC-Wunderkind war, während sein Kollege Havoc zu den talentiertesten Produzenten zählte.

Während Havoc seine Produktionen auch bei Klassiker-Alben wie It Was Written von Nas, Ill Nana von Foxy Brown oder Life After Death des verstorbenen Notorious B.I.G. beisteuerte, hielt sich Prodigy schon wieder im Studio auf, um über weiteren Beats von „Hav“ an einem Nachfolger zu arbeiten. Das Resultat war „Quiet Storm (White lines)“, die Hitsingle des Platin-Albums Murda Muzik (1999). Im neuen Jahrtausend angekommen, ging es für Mobb Deep ähnlich erfolgreich weiter – ihr Sound wurde zum ultimativen Soundtrack der Straßen, und das in unzähligen Ländern der Welt. Das 2002er Album Infamy, wie auch Amerikaz Nightmare (2004) festigten ihren Ruf als eines der größten Rap-Duos aller Zeiten. Über die Jahre beeinflusst die Musik von Mobb Deep eine Vielzahl von HipHop-Acts, die – wie sie selbst – die brutalen Schattenseiten des Daseins auf der Straße nacherzählen und Bilder entwerfen, die von den unschönen Aspekten des Großstadtlebens berichten. Einer von denjenigen, der ohne Frage von Mobb Deep beeinflusst wurde, ist 50 Cent (man bedenke seinen Track „Mobb Sound“), ebenfalls aus Queens.

Seit 50 Cent im Jahr 2001 durchstartete, hat er unvergessene Freestyles über die einschlägigen Instrumentals von Mobb Deep-Tracks abgefeuert. Im Jahr 2002 stieß 50 Cents Part auf „Bump That“ – einem Havoc Klassiker – auf dermaßen großen Zuspruch, dass der daraus hervorgegangene Remix zu einem weiteren Mobb Deep-Klassiker wurde. 50 und der Mobb taten sich im Jahr 2004 erneut zusammen, für den nicht veröffentlichten Track „Clap Those Things“, und bald darauf produzierte Havoc „Ain’t No Click“ für das Platin-Album Beg For Mercy von Lloyd Banks. Das war der Anfang einer Geschichte, die schon zu diesem Zeitpunkt unausweichlich erschien.

Inzwischen schon seit vier Jahren einer der Erfolgreichsten, und 50 Cent – gemeinsam mit seiner G-Unit natürlich – benutzt noch immer Stücke von Mobb Deep, um seinen Raps den richtigen Backdrop zu verleihen. Nachdem sie sämtliche Auflagen ihres vorherigen Labels erfüllt hatten, waren Mobb Deep im Jahr 2004 aus ihrem alten Vertrag raus. Sie waren zu haben. Und natürlich kam gleich der erste Anruf von 50 Cent. Schon wenige Tage später wurde „der größte Einfluss auf 50s Musik“ bei G-Unit Records unter Vertrag genommen.

„Wir dachten uns, `Man, das ist es.´ Es war perfektes Timing“, erinnert sich Havoc, wenn man ihn nach jenem Anruf von 50 fragt. „Wir hatten schon unfassbare Songs aufgenommen, bevor der Vertrag überhaupt unterschrieben war. Besser hätte es gar nicht laufen können.“

Auf Blood Money werden die G-Unit-Mitglieder Young Buck („Give It To Me“), Lloyd Banks („You Can’t Get With This“), Tony Yayo („Night Rider“) und 50 Cent („Pearly Gates“ & „Creep“) über dem Trademark-Sound (aggressiv, hypnotisch und innovativ) von Mobb Deep als Gast-MCs zu hören sein.

Zum ersten Mal in ihrer langen Karriere haben die beiden Mobb-Mitglieder auch auf andere Produzenten zurückgegriffen. Neben Tracks von Havoc sind auf Blood Money daher auch Beats von Sha Money XL von der G-Unit, The Alchemist, der Newcomer-Produzent Jonathan „JR“ Rotem (50 Cent, Fabolous, Snoop Dogg) sowie der Produzentenlegende Dr. Dre zu hören, wobei Dre, derzeit der begehrteste Produzent überhaupt, für „Nightmares“ den düsteren Sound von Mobb Deep adaptiert und neu interpretiert. „Das war unglaublich“, berichtet Havoc von der endlich zustande gekommenen Zusammenarbeit mit dem größten HipHop-Producer aller Zeiten. „Ich konnte einem Genie bei der Arbeit zusehen. Er macht wirklich immer noch Beats, nach all den Jahren. Für mich als Produzent war das eine wahre Lehrstunde, absolut inspirierend.“ Und diese Inspiration floss auch in die Produktionen von Blood Money, für das Havoc immerhin 70 Prozent der Tracks selbst kreiert hat.

Ein weiterer Track, der demnächst ebenfalls in aller Munde (und Ohren) sein wird, ist das kontroverse „Pearly Gates“, ein Stück, bei dem Prodigy seine bis dato deftigsten Zeilen rappt. „So fühlte ich mich da gerade“, erzählt Prodigy über die Nummer, die von vielen wahrscheinlich als Blasphemie angesehen werden wird. „Ich habe schon genügend durchgemacht, von daher bin ich inzwischen wohl in einer Position, in der man auch so etwas einmal artikulieren darf.“

Seit über einem Jahrzehnt mit einer loyalen Fanbase im Rücken, werden Mobb Deep nun aufs nächste Level gehen, werden ihren Fans zeigen, was man alles anstellen kann, wenn man mit so einer kreativen wie mächtigen HipHop-Assoziation wie der G-Unit arbeitet. „Wir haben Spuren im HipHop hinterlassen. Als Künstler will man doch immer möglichst viele Leute erreichen. Zu ihnen sprechen. Wir haben schon immer viel Arbeit in unsere Platten gesteckt, haben nie etwas halbherzig Gemachtes abgeliefert. Unsere Fans haben es immer geliebt. Der Unterschied dieses Mal ist, dass noch mehr Leute unseren Sound hören werden.“

Anders als viele wahrscheinlich annehmen, wird sich der Mobb-Sound jedoch keinesfalls anpassen, auch wenn noch so viele Leute ihn nun hören sollten. „Das hier sind nicht die neuen Mobb Deep“, stellt Havoc klar. „Würden wir so darüber denken, dann würde das ja auch bedeuten, dass wir Teile unserer Vergangenheit ad acta legen, unsere Geschichte verstümmeln – das geht nicht! Wir haben etwas erschaffen, das zeigt, was man braucht, um länger dabei zu sein. Manche unserer Fans sind selber aufstrebende Künstler. Mobb Deep gibt es aus genau diesem Grund: um zu zeigen, dass man das Level halten kann. Dass man lange im HipHop-Game dabei sein kann.“

Schon im März wird Blood Money Mobb Deeps Status in der HipHop-Welt erneut zementieren.


Diskographie

Juvenile Hell

Album

Island (Universal)






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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