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Tony Yayo

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Wie läuft es denn so, in deinem Leben? Im Leben von Tony Yayo geht’s gerade so richtig ab. Das G-Unit-Original, das sich in den vergangenen Jahren wiederholt im Knast aufhielt, während Kollege 50 Cent den Rap-Thron eroberte, ist so wahrhaftig wie ein derber Schlag ins Gesicht. Sein Debüt-Album Thoughts Of A Predicate Felon, ohne Zweifel die am längsten mit Spannung erwartete Scheibe unter der G-Unit-Fahne, trieft geradezu vor „Realness“: „Mein Album besteht nur aus Fakten, Fiktionen haben da nichts verloren“, sagt der 26jährige Yayo. „Alles, was auf dem Album passiert, habe ich tatsächlich getan oder direkt miterlebt – eigentlich ist es sogar so, dass ich den Großteil der Platte im Knast geschrieben habe, daher auch die zum Teil superaggressiven Stücke.“


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Biographie

Mit unfassbar gewaltigen Beats, die u.a. von Überproduzenten wie Dr. Dre, Eminem und Havoc (Mobb Deep) beigesteuert wurden, und bösartigen Punch-Lines ausgestattet, ist Thoughts Of A Predicate Felon das bis dato straßenverbundenste Album der G-Unit: „Ich und 50 kennen uns seit Ewigkeiten, und ich habe viel von ihm gelernt. Ich weiß genau, dass man Club-Tracks und Ladies-Tracks machen sollte – trotzdem sind es letztlich die Street-Tracks, die unsere G-Unit erst zu dem machen, was sie ist: Die Crew mit den besten Street-Tracks im gesamten HipHop-Biz.“

Geht es darum, die Straßen zu bedienen, ist niemand besser ausgerüstet als Yayo. Schon als kleiner Junge mit einer Knarre unterwegs, traf er auf den beeindruckten Teenager 50 in den Straßen der Southside von Queens. Ein kleiner Zufall an einer Ecke in Jamaica/Queens reichte, um beiden zu zeigen, wie ähnlich sie sich eigentlich sind: „50 hat sofort gemerkt, was ich für ein Leben führe, und dazu kam noch, dass wir beide rappten“, erzählt Yayo, der damals Rap-Größen wie Big Daddy Kane und Kool G Rap verehrte. „So begannen wir also, gemeinsame Sache zu machen. Später, als wir uns dann mehr auf die Musik konzentrierten, da nahm er mich schließlich mit, einfach, weil er mich als Typ schätzte.“

Während 50 gegen Mitte der Neunziger seinen Weg ins Geschäft fand – er arbeitete mit Jam Master Jay und darauf mit den Trackmasters –, schuf sich Yayo einen Ruf als Battle-Rapper, der es mit jedem anderen in Queens (u.a. The Lost Boyz) aufnehmen konnte und wollte. „Ich trat gegen jeden an“, erinnert er sich. Doch dann, als 50 gerade auf direktem Weg nach oben war, fielen jene Schüsse gegen 50, die alles verändern sollten. 50 und Yayo, die inzwischen auch Lloyd Banks in ihren Kreis aufgenommen hatten, schafften es allerdings, aus dieser scheinbaren Niederlage einen Siegeszug zu starten: „Sobald es 50 besser ging, fingen wir mit den Mixtapes an“, sagt der stets loyale Yayo. „So formte 50 letztlich die G-Unit.“ Das Trio schrieb sich also von nun an auf die Fahne, gegen den Rest der Welt anzutreten und nahmen „Bad News“ auf, inklusive Yayos erstem offiziellen Vokal-Auftritt. Danach folgte 50 Cent Is The Future, was 50 schließlich seinen Shady/Aftermath-Deal einbringen sollte. Schon auf den frühen Mixtapes fiel Yayo durch seine unfassbare Energie auf, die gepaart mit seinen krassen Punch-Lines wie die perfekte Synthese aus dem Wortwitz von Banks und 50s slickem Sing-Sang daherkam.

Im Sommer 2002 allerdings, als alles gerade wie am Schnürchen lief, wurde Yayo in seiner Queens-Neighborhood wegen Waffenbesitz festgenommen. Er wollte unter keinen Umständen hinter Gitter, nahm stattdessen massenweise Material für die G-Unit-Mixtapes auf und begleitete 50 auf seiner Herbsttour. So schaffte er es, sich als herausragendes G-Unit-Mitglied zu etablieren, auf 50s Debüt Get Rich Or Die Tryin’ (inzwischen 11x Platin) mitzumachen, und ebenfalls Bekanntschaft mit Eminem und Dre zu machen. Wie schon zu erwarten war, schnappte die New Yorker Polizei schließlich doch zu und nahm Yayo im Dezember 2002 in Gewahrsam, als er sich gerade im Copa Cabana Nightclub aufhielt.

„Die Zeit abzusitzen war kein Zuckerschlecken, denn ich wusste die ganze Zeit, was draußen alles abging“, sagt Yayo heute. Im Frühjahr 2004 war Yayo dann endlich wieder auf freiem Fuße und bereit für weitere Aufnahmen.

„Ich bin Banks und Buck wahnsinnig dankbar dafür, dass sie ihre Alben so lange zurückhielten, dass auch ich noch meine Cameo-Auftritte beisteuern konnte. Ich bin nur beim Bonus-Track nicht dabei – sie wussten einfach, wie wichtig es für mich war, dabei zu sein, damit es weitergehen konnte.“ Dazu kommt, dass Yayo schließlich auch auf The Games Debüt-Album (inzwischen 3x Platin) und 50s Nachfolger The Massacre mit von der Partie war. Nach wie vor nur auf Bewährung draußen, arbeitete Yayo schließlich auch an seinem eigenen Album, wurde dabei stets vom G-Unit Mitbegründer Sha Money XL unterstützt, der ihm ausschließlich die krassesten Beats servierte.

Das Ergebnis ist ein prototypisches G-Unit-Album, ein Album mit Wahnsinnsbeats und einer eklektischen Mischung aus Tracks für B-Boys, D-Boys und für die Ladies. „Ich habe nun schon so lange mit 50 zusammengearbeitet, dass ich inzwischen genau weiß, wie man einen großartigen Song aufnimmt – schließlich ist 50 ein wahres Genie.“ Ein Stück wie „So Seductive“, das Yayo schon geschrieben hatte bevor 50 seinen Teil beisteuerte, unterstreicht, mit was für einem Songschreiber-Talent man es hier zu tun hat. „Ich habe den Track kurz vor 50s „Candy Shop“ geschrieben, darum sagt 50 auch „so seductive“ am Anfang seines Tracks. Er fand den Song einfach wahnsinnig gut!“ Außerdem auf dem Album vertreten sind Street-Banger wie „Homicide“, das von Domingo produzierte Hammer-Intro der Platte, das clevere „Tattle Teller“, oder slicke Balladen für die besondere Lady wie „I’m Curious“ und „Project Princess“, die letztlich beweisen, dass Yayo auch die Straße verlassen kann und sich im Schlafzimmer genauso wohlfühlt, wenn er mit dem R&B-Quartett Jagged Edge und dem Crooner Joe zusammenarbeitet.

Thought Of A Predicate Felon ist eine gänzlich in sich geschlossene Platte, die ganz klar die Vielseitigkeit und das Können als Solo-Künstler von Tony Yayo unterstreicht. Auch wenn einerseits seine Kollegen 50 Cent und Eminem aushelfen, und andererseits Banks, Buck und Obie Trice (der auf „Drama Setter“ einen unfassbaren Vers an der Seite von Yayo und Eminem droppt) ihm ebenfalls zur Seite stehen, ist es doch Yayo, der auf Albumlänge mit Punch-Lines wie „Steven Segal, I used to love his karate / But even he snitched on Peter Gotti“ glänzt und unfassbar charismatisch rüberkommt. Tony Yayo ist nicht mehr aufzuhalten. Er hat lange genug geduldig abgewartet, seine Fähigkeiten verfeinert und sich auf Ruhm und Ehre vorbereitet, dass ihm nun niemand mehr den Weg versperren kann. Die „Realness“ setzt sich schließlich durch, und momentan ist Yayo einfach der „Real Talk of New York“!







Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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