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Young Jeezy

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Ein vollendeter Schneemann – das weiß jedes Kind – besteht aus drei verschieden großen Schneebällen, in der Regel mit einer Karotte und Kohlestücken verziert. Oft nutzen winteraktive Kids auch eine ausrangierte Kopfbedeckung, um dem frostigen Unterfangen eine Krone aufzusetzen. Mit dieser Art von Wasserskulptur hat Jay Jenkins aka Young Jeezy jedoch absolut gar nichts am Hut. Dennoch war er schon lange Zeit vor seiner Überfliegerkarriere im HipHop-Biz als der „Snowman“ bekannt.


Verwandte Genres

Hip-Hop Rap

Biographie

Wer jetzt noch immer an Weihnachtsgebäck, Schlittenfahrten und Co. denkt, hat allerdings weit gefehlt: Der in Georgia geborene Jeezy ist als Dealer im (verdammt!) großen Stil bekannt geworden. Er war es, der unzulässigen „Schnee“ in dicke Dollarscheine verwandelte, weil er sich stets an die „Don’t get high on your own supply“-Regel gehalten hat: „Bevor die ganze Musik-Nummer losging, habe ich einfach nur versucht, irgendwie über die Runden zu kommen. Ich konnte mich nie beklagen: Von Vorteil war nämlich, dass ich schon immer mit Worten umgehen konnte und haargenau wusste, wie man etwas an den Mann bringt.“ Diese beiden Aspekte seiner einstigen Dealertätigkeit waren es auch, die es dem versierten Adlib-Master schließlich ermöglichten, die gesamte Southern-Rap-Szene mit seinem Debütalbum „Let’s Get It: Thug Motivation 101“ im Handumdrehen auf den Kopf zu stellen.

So wurden die dollarschweren Träume von Young Jeezy im Juli 2005 endgültig wahr, als „Let’s Get It“ geradewegs die ersten Plätze der amerikanischen R&B- und Rap-Charts erstürmte. Das Eis war gebrochen. Nachdem schließlich auch der zweite Platz der Pop-Charts eingenommen war, sollte es nur wenige Wochen dauern, bis seine erste Platin-Auszeichnung folgte. Jeezys Smash-Hit „Soul Survivor“ feat. AKON setzte sich ebenfalls an der Spitze der R&B-Singlecharts fest. Und während sechs (!) weitere Tracks seines Debütalbums nach und nach im Radio rotierten („And Then What“, „Trap Or Die“, „Go Crazy“, „Tear It Up“, „Trap Star“ und „My Hood“), wurde er vom US-amerikanischen Rolling Stone zu einem der „Artists To Watch“ erklärt. Zum krönenden Abschluss (des Jahres 2005), wählte die New York Times sein Debütalbum zum „Popalbum des Jahres“. Doch damit nicht genug.

Rastlos wie eh und je, legt der berüchtigte Snowman mit „The Inspiration“ (VÖ: 19.01.) schon jetzt, nach nur 18 Monaten, sein zweites Album nach. Bereits mit der ersten Single „I Luv It“ bewegt sich Jeezy erneut auf die Überholspur: Der von DJ Toomp produzierte Club-Banger rotiert längst auf sämtlichen Radiofrequenzen, und auch das Video zur ersten Singleauskopplung wurde kürzlich von Jessy Terrero fertiggestellt. Terrero war schon für seine Videos zu „Trap Star/Go Crazy“ und „And Then What“ verantwortlich.

Für die Aufnahme-Sessions, die zu „The Inspiration“ führten, bat Jeezy ein regelrechtes Who-is-Who der HipHop- und R&B-Welt in die legendären Patchwerk Studios in Atlanta: u.a. stehen R. Kelly, Keyshia Cole, Timbaland und T.I. auf der (Album-)Gästeliste. Über den Produktionen von DJ Toomp (u.a. für die erste Single „I Luv It“), dem unangefochtenen Produzentengott Timbaland („3 am“) oder The Runnerz, stellt der inzwischen 26-Jährige unter Beweis, wie sehr er sich in den vergangenen Monaten weiterentwickelt hat. „Mein Ziel war es, einen weiteren Klassiker zu veröffentlichen. Darum habe ich auch wahnsinnig viel Material aufgenommen! Unmengen! Denn ich musste erst mal diejenige Richtung ausloten, in die ich klanglich gehen wollte“, berichtet Jeezy über die Entstehung des neuen Albums. „Ich hab wirklich einen ganzen Berg Songs aufgenommen, die nicht auf dem Album gelandet sind.“ Diese Workaholic-Anflüge, denen sich der Südstaaten-King zeitweise hingegeben hat, bestätigt auch DJ Drama, der in der Vergangenheit an diversen Mixtape-Projekten mit Jeezy gearbeitet hat: „Er hat über 100 Songs fertiggestellt. 120! Und die passen natürlich auf kein Album. Dementsprechend werden wir auch in Kürze unser nächstes Mixtape veröffentlichen. Ein bisschen Buzz in den Straßen kann schließlich nie schaden.“

Was jedoch auf „The Inspiration“ landete, ist die Quintessenz dieses intensiven Aufnahme-Marathons. Um in kreative Bestform zu kommen, hat Jeezy seine Gewohnheiten überdacht und sie dann teilweise über den Haufen geworfen: „Früher habe ich geraucht, dazu habe ich viel getrunken – das Übliche eben. Ich lebte ungesund, habe mich gehen lassen. Inzwischen bin ich zum Frühaufsteher geworden, und morgens gehe ich als erstes ins Fitnessstudio, um fit zu bleiben. Mir geht’s dabei allerdings nicht um dicke Proll-Muskeln. Ich will mich einfach nur gesund und fit fühlen. Ich sag dir: Kein Geld der Welt würde ausreichen, um mein derzeitiges Lebensgefühl zu erwerben.“

Dieses energiegeladene neue Lebensgefühl, das man übrigens deutlich auf dem Inspirations-Album raushören kann, hält den jungen Jeezy trotzdem nicht davon ab, mit dem epischen Song „Child Of God (Bury Me A G)“ seinen eigenen Tod zu inszenieren. Zu besagtem Song wurde auch eine Art Kurzfilm-Video gedreht, das als Bonusmaterial auf der limitierten Version von „The Inspiration“ enthalten sein wird.

Bedenkt man ein derartig düsteres Szenario, verwundert es kaum, dass der Überflieger auch nach all seinen Erfolgen noch immer auf der Hut ist. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit: „In Interviews werde ich oft gefragt, ob ich deprimiert bin, weil meine Texte angeblich vereinzelt danach klingen. Dabei bin ich keineswegs deprimiert, ganz und gar nicht! Ich bin höchstens ein wenig im Unklaren. Oder sagen wir so: Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob die Dinge aus meiner Vergangenheit tatsächlich abgeschlossen sind. Vielleicht werde ich eines Tages für sie gerade stehen müssen.“ Dabei sind die Drogen-Episoden doch eigentlich schon längst Schnee von gestern.


Diskographie

The Recession

Album

Universal Music






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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