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Young Buck

Young Buck - Foto Copyright: Universal Music

Foto: Universal Music

Im HipHop-Biz sind Askese und Mäßigung eigentlich Fremdworte. Diverse Bling-Elemente wie dicke Ketten, Pimp-Mobile, Monsterfelgen und Gold-Fronts sind nicht wegzudenken. Sie sind viel zu zentral, um darauf zu verzichten. So klang auch der Titel von Young Bucks Debütalbum „Straight Outta Cashville“ (2004) nach jeder Menge Bling. Dabei war der Südstaaten-Reimschmied zu jener Zeit eigentlich noch relativ bescheiden und zurückhaltend unterwegs: „Damals habe ich bewusst auf die ganz großen Namen als Feature-Artists verzichtet. Ich hatte das Gefühl, dass ich da als Newcomer nicht mithalten kann.“


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Biographie

Nach über 2 Millionen verkauften Einheiten und Doppelt-Platin hat sich seine Einstellung bzw. die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten jedoch grundlegend geändert. Und konsequenterweise veröffentlicht Young Buck mit „Buck The World“ (VÖ: 23.03.) nunmehr den ultimativen Feature-Rundumschlag: Legendäre Produzenten-Schwergewichte wie Dr. Dre, Eminem, Hi-Tek, J.U.S.T.I.C.E. League, Polow Da Don, Lil Jon, Jazze Pha und Timbaland sorgen für ordentlichen Bounce im Unterbau. Dazu hat Buck neben seinem G-Unit-Chef 50 Cent u.a. auch Snoop Dogg, Young Jeezy, T.I., Trick Daddy, 8Ball & MJC, UGK (Bun B & Pimp C), Chester Bennington (von Linkin Park!), Kymani Marley, Trey Songs, Jazze Pha und Lyfe Jennings als Vokalgäste ins Studio geholt. Noch Fragen? „Auf dem Album befinden sich mehr Feature-Artists als auf jedem anderen G-Unit-Release“, so der Kommentar von Buck.

Wie unschwer zu erkennen, hat Young Buck die Zeit, die seit der Veröffentlichung von „Straight Outta Cashville“ vergangen ist, keinesfalls auf der faulen Haut verbracht. Im Gegenteil: Immer wieder tauchte er als Gast auf den Tracks seiner Buddys auf, immer wieder kursierten Mixtapes, wie z.B. „Chronic 2006“, von Jamie Foxx gehostet, dazu mit Features von 50 Cent und M.O.P. bestückt, mit denen er seinen Ruf als „Titan aus Tennessee“ noch weiter festigen sollte. Auf diese Weise konnte er sich nicht nur bestens für seine zweite Solo-LP vorbereiten, sondern auch die nötigen Kontakte weiter ausbauen, die er für den geplanten „Buck The World“-Rundumschlag benötigte. „Eigentlich wollte ich das Album ja `F--- The World´ nennen, aber die Verantwortlichen vom Label meinten, dass das nicht gerade gut aussieht, wenn so ein Statement im Supermarktregal landet. Daher also `Buck the World´. Bedeutet schließlich dasselbe.“

Young Buck kam vor 25 Jahren als David Brown in Nashville, Tennessee zur Welt. Seine Kindheit war alles andere als ein Zuckerschlecken – zwar lebte er gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Schwestern in derjenigen Stadt, die man auch Cashville nennt, aber allzu viel Cash hatten sie nicht zur Verfügung. So landete er schließlich an der Straßenecke, um sein Glück als Dealer zu versuchen. Allerdings nutzte er seine Zeit auf der Straße nicht nur für Geschäftliches, denn sein Hobby, das Freestylen, konnte er hier ebenfalls perfekt ausleben: „Insofern kann man sogar sagen, dass ich schon mein ganzes Leben Musik mache“, berichtet er rückblickend. „Ich begann zu rappen, als ich so ca. 12 war. Mit 14 ging ich dann erstmals ins Studio, um professionelle Aufnahmen zu machen. Und ich war lange Zeit immer der Jüngste im Game“, erinnert er sich. „Wenn du auf der Straße bist, gibt es schließlich keine Altersbegrenzung – du kannst machen, was du willst.“ Doch gab es da einen Priester, den Buck immer „OG“ nannte –, und der wies den jungen Wortschmied regelmäßig in die Schranken: „Pay attention you young buck motherfucker!“ Daher auch sein Spitzname...

Mit 16 Jahren bekam Buck schließlich die Chance, dem Präsidenten von Cash Moneys Label seine Skills zu präsentieren. Er überzeugte sofort und zog kurzerhand nach New Orleans. Damals, 1997, waren die zukünftigen Cash Money Millionäre jedoch noch verdammt weit von demjenigen Erfolg entfernt, den sie seit der Jahrtausendwende genießen. Nachdem Buck also ganze vier Jahre vergebens auf sein Geld gewartet hatte, beschloss er, wieder in die Country-Metropole Nashville zurückzukehren.

In seiner Heimatstadt sollte eine böse Überraschung auf ihn warten: „Es war ungefähr vier, fünf Uhr morgens. Plötzlich trat jemand die Tür ein und stand mit einer AK über mir – einfach so. Ich war nicht bewaffnet, also rannte ich in die Küche. Einer meiner Kollegen war da und drückte den Typ an die Wand, dennoch erwischte mich eine Kugel im Arm und eine weitere am Bein. Ich hatte soviel illegalen Kram zu Hause, dass ich mich erst einmal eine Stunde lang darum kümmern musste, bevor ich schließlich ins Krankenhaus konnte. Darum wäre ich auch fast verblutet.“

Doch er lebte, und traf schon kurze Zeit später auf Juvenile, der seiner Karriere endlich die entscheidenden Impulse verpasste: Dessen Label nämlich, UTP, nahm ihn unter Vertrag – und mit auf Tour, durch die Staaten. Bei einem Zwischenstop in New York kam schließlich sogar eine Aufnahme-Session mit 50 Cent und Sha Money XL zustande, die alles Weitere auslösen sollte: 50 und Buck taten sich zusammen, und so wechselte Buck aus dem UTP-Lager zu 50s gerade durchstartender G-Unit. „Ich war schon ein großer Fan von 50, als ich noch gar kein Mitglied der Unit war“, erinnert er sich zurück. Als dann mit dem „Beg For Mercy“-Album die gesamte G-Unit vorgestellt wurde, konnte er endlich aller Welt zeigen, wie man zurückgelehntes Südstaaten-Feeling mit aggressivem Flow kombiniert. Und obendrein gab’s das erste Platin.

2004 veröffentlichte Buck dann sein „Straight Outta Cashville“-Debüt, das ihm nach über einer Dekade am Mikrofon sein erstes Solo-Platin bescheren sollte. „Rückblickend muss ich sagen, dass ich wohl auch jede Menge Glück hatte. Zwar waren echt gute Songs auf meinem Debüt, sicherlich, aber ich hätte wahrscheinlich noch mehr geben können.“

Doch dafür gibt es ja seinen Nachfolger: „Mit `Buck The World´ hab ich versucht, alles auf einer Platte zu vereinen, was mir persönlich wichtig ist. Das Album fängt mein derzeitiges Lebensgefühl ein, es zeigt, wo ich gerade im Leben stehe“, erläutert Buck. Schon mit der ersten Single, dem von Timbaland produzierten „Get Buck“, stellt er klar, dass es ihm zugleich um eines geht: um absolute HipHop-Banger. Gefolgt von „I Know You Want Me“ (von Jazze Pha produziert) und todsicheren Smash-Hits wie „Hold On“ (feat. 50 Cent) oder dem von Dr. Dre produzierten „You Ain’t Going Nowhere“, ist es letztlich kaum verwunderlich, dass so viele Gast-Rapper an seinem Album mitwirken wollten. Denn neben den bereits Erwähnten ist auch die von ihm angeführte 615-Crew auf dem Album zu hören, bestehend aus Lil’ Murder, D-Tay und Hi-C. „Inzwischen habe ich auch mein eigenes Label gegründet, Cashville Records; jetzt bin ich an der Reihe, mich um andere Künstler zu kümmern. Dazu habe ich noch immer die hundertprozentige Unterstützung von 50, der mir nach wie vor den Rücken stärkt.“

Neben der Arbeit am eigenen Label bzw. an der neuen Platte, hat Buck in den vergangenen Jahren auch die nötige Zeit gefunden, um kreatives Neuland zu betreten. „Ich habe meine Fühler in alle möglichen Richtungen ausgestreckt. Drehbücher waren z.B. so ein Ding, mit dem ich mich befasst habe. Schließlich muss man als Künstler doch immer nach neuen Herausforderungen suchen. Du kannst nicht einfach stehen bleiben und bloß deinen Standard halten wollen. Man muss sich neue Ziele setzen, besser werden wollen. Und trotzdem bedeutet das nicht, dass man darum gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen muss. Es bleibt schließlich doch immer nur dein Leben. Und ich wache heute immer noch genauso wie früher auf, nur um einen Joint vor dem Frühstück zu rauchen – ganz wie damals.“ Da ist sie wieder, diese ehrliche Bodenhaftung, die Young Buck zu so einem Ausnahmerapper macht.







Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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