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Mos Def

Mos Def - Foto Copyright: Peggy Sirota

Foto: Peggy Sirota

Der „Boogie Man“ zaubert mit „Tru3 Magic“ sein drittes Solo-Album aus dem Ärmel!


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Hip-Hop

Biographie

Generell ist Magie etwas, das sich nur auf geistig-intuitiver Ebene den Menschen erschließt – wenn überhaupt –, und so ist es grundsätzlich unmöglich, historische Belege für derartig magische Vorkommnisse zu finden. Betrachtet man allerdings diejenige Verbal-Magie, die in HipHop-Kreisen auch als „Flow“ bekannt ist, so darf (und muss!) man schon mal einen Blick in die History werfen. Hat man dann die ersten Generationen der amerikanischen Rap-Illusionisten durchstöbert, wird man in den Neunzigern auf einen phantastischen Maestro stoßen, der sich seither auch weit über die eng abgesteckten Grenzen des „Biz“ hinaus einen zweisilbigen Namen gemacht hat: Mos Def, bürgerlich Dante Terrell Smith, ist seit über einer Dekade der absolute Allround-Künstler und ein universeller „Renaissance-Man“, der mit seinen Mic-Salven nicht nur die Hey-Days des HipHop dominiert hat, sondern auch mit etlichen Filmrollen (u.a. „16 Blocks“, „The Italian Job – Jagd auf Millionen“, „Monster’s Ball“), diversen Fernsehauftritten (u.a. bei Mr. LaChapelle) und sogar einer gefeierten Hauptrolle am vermeintlich abgeschriebenen Broadway („Top Dog/Underdog“) gezeigt hat, dass man seine B-Boy-Scheuklappen auch durch eine gepflegte Kapuze ersetzen kann. Am 15. Dezember meldet sich „Mighty Mos“ nun mit seinem dritten Solo-Album zurück: Auf „Tru3 Magic“ (Geffen Records) lässt er die magische Ausgelassenheit der neunziger Jahre noch einmal aufleben.

Mos Def, der in der HipHop-Welt als introspektiv veranlagtes Genie gilt, hat seit den Tagen des Rawkus-Imperiums einen Karriereweg gewählt, der die Grenzen des Genres gänzlich sprengt. Nachdem er bereits mit seinem eher jazzigen 1996er Release „Universal Magnetic“ zu einem Helden des Underground avanciert war, folgte schon bald die legendäre Kollaboration mit Talib Kweli. Zusammen gründeten beide die Crew Black Star, deren Debütalbum „Mos Def and Talib Kweli Are…Black Star“ rund um den Globus zu einem der besten HipHop-Alben aller Zeiten erklärt wurde. Nach diesem Erfolg legte der zum Album-Release 33-Jährige im Jahr 1999 sein Solodebüt nach: „Black On Both Sides“, auf dem u.a. die Klassiker „Ms. Fat Booty“ und „Umi Says“ vertreten waren. Das Album wurde im Handumdrehen mit Gold ausgezeichnet (inzwischen sind fast 800.000 Einheiten verkauft), und die Kritiker feierten die Tatsache, dass HipHop endlich wieder zu seinen wirklichen Wurzeln zurückgeführt wurde.

Mit seinem Nachfolger, dem im September 2004 veröffentlichten „The New Danger“, sprengte der Newschool-Veteran die Grenzen des HipHop dann endgültig, als er deutliche Rock-, Prog- (!) und Soul-Einflüsse mit seinen Brooklyn-Wurzeln zu einem freidenkerischen Ganzen verknüpfte. Nunmehr jedoch kehrt Mos zu seiner „first Love“, dem HipHop zurück, denn die experimentellen Aspekte des „Danger“-Vorgängers ersetzt er auf „Tru3 Magic“ mit basslastigen und clubtauglichen Beats: Zu den Produzenten der insgesamt 14 Albumtracks zählen The Neptunes, Epik, Rich Harrison, Minnesota, Preservation und der Mighty Man persönlich. Ein Track-Titel wie „Napoleon Dynamite“ belegt zudem, dass er auch eine Brücke zwischen Musik- und Filmwelt schlagen kann.

Allerdings kann man auch den politischen Mos Def erleben: So bewies er vor rund drei Monaten, dass er sich trotz all seiner Erfolge in den Charts und in Hollywood noch immer mit der Straße verbunden fühlt, und veranstaltete kurzerhand eine Spontan-Performance vor der Radio City Music Hall in NYC, in deren Rahmen er den Song „Katrina Clap“ performte. Es handelt sich dabei um einen Freestyle-Track, mit dem er gegen die unverantwortliche Reaktion der Bush-Regierung auf die Katastrophe von New Orleans aufmerksam machen wollte. Eine Nacht im Knast war ihm diese Aktion allemal wert.

In den letzten Jahren widmete sich Mos Def vor allem seiner Schauspielkarriere. So war er in „Monster’s Ball“ zusammen mit Halle Berry und Billy Bob Thornton zu sehen, sowie in augenzwinkernd biografischer Weise in „Brown Sugar“. 2005 war er als „Ford Prefect“ in der Verfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“ zu sehen, und in diesem Jahr spielte er in „16 Blocks“ an der Seite von Bruce Willis. Seine Rolle des Vivien Thomas in dem Film „Ein Werk Gottes“ brachte ihm sogar eine Emmy-Nominierung ein. In Kürze wird Mos Def in den Filmen „Journey to the End of the Night“ und „The Brazilian Job“, dem Nachfolger zu „The Italian Job“, schon wieder auf Celluloid zu sehen sein.

Zudem hat der aus Brooklyn stammende Rapper kürzlich auch seinen eigenen Turnschuh über Converse rausgebracht. Der Sneaker trägt den Namen „The Chunk Taylor All Star Mid Musik“ und ist eine Hommage an die klassischen Chucks.

Celluloid, Vinyl, ein paar Schuhe oder einfach ein durchgeschwitztes T-Shirt nach einem seiner legendären Live-Gigs – all dies sind greifbare Belege, dass Magie auch zwischen Menschen kommunizierbar und verifizierbar ist. Mos Defs urbane Aufzeichnungen – sei es in Form von Bild, Schrift oder dem gesprochenen Wort – lassen sich in allen Kulturkreisen und zu jeder Zeit nachweisen. Darum auch WAHRE Magie, „Tru3 Magic“.


Diskographie

Audio 3

Album

Cmp (Groove Attack)

The Ecstatic

Album

Cooperativ (Universal)






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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