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Ne-Yo

Ne-Yo - Foto Copyright: Universal Music

Foto: Universal Music

Spätestens mit der Veröffentlichung von Ne-Yos (Platin-)Debütalbum „In My Own Words“ im Jahr 2006, hat sich das Leben des in Las Vegas geborenen R&B-Überfliegers grundlegend verändert. „Der Übergang vom Songschreiber, der nur im Hintergrund agiert, zum Sänger und somit zum Künstler, der selbst im Rampenlicht steht, hat sicherlich seine Zeit gebraucht. Man muss sich da schon erst dran gewöhnen“, setzt Ne-Yo lachend an. „Mein Leben vor zwei Jahren, als ich noch ein Typ war, den keiner kannte –, das ist mit dem, was heute passiert, überhaupt nicht zu vergleichen; alles hat sich verändert. Allerdings kann ich mich nicht beschweren...“


Verwandte Genres

Hip-Hop Pop RnB Urban

Biographie

Mit seinem zweiten Album stellt Ne-Yo nunmehr klar, wie sehr er seit seinem Karrierestart als Songwriter gewachsen ist – und wie er sich von einem Wunderkind zu einem gestandenen Künstler entwickelt hat, dem auch in seiner Rolle als Performer keiner das Wasser reichen kann. „Meine Songs basieren auf persönlichen Erlebnissen; so wird tatsächlich alles, was mir passiert, Teil meiner Stücke“, gesteht Ne-Yo. „Ich bin der Auffassung, dass sich ein wirklich guter Song dadurch auszeichnet, dass er zugleich zum Nachdenken anregt und ein tiefes Gefühl transportiert.“

„Während der Aufnahmen zu meinem ersten Album habe ich diverse Höhen und Tiefen durchlebt; am prägendsten war wohl, dass ich mich zu jener Zeit gerade von meiner Freundin getrennt hatte. Viel schmerzliche Gefühle landeten dadurch auf dem Album. Vergangenes Jahr kam dann mein Sohn zur Welt, und ich fühlte mich plötzlich einfach nur perfekt. Ich war rundum glücklich. Und dieser Optimismus hat sich dann auch ganz deutlich in den neuen Songs niedergeschlagen – es ging auch gar nicht anders.“

Vergangenes Jahr war es auch, dass Ne-Yo sein Ausnahmetalent als Songschreiber endgültig unter Beweis stellte, als er u.a. Rihannas Top-10-Hit „Unfaithful“ und Beyoncés „Irreplaceable“ komponierte. Letzterer Song, für den Ne-Yo mit anderen Songschreibern kollaborierte, sollte sich ganze zehn Wochen auf dem ersten Platz der US-amerikanischen Billboard-Hot-100-Charts halten...

„Mit Beyoncé zu arbeiten war ein absolutes Highlight. Ein krasses Erlebnis. Und doch hätte ich an dem Zeitpunkt nie gedacht, dass sich der Song zu einer derartigen Hymne entwickeln würde. Ich habe immer schon versucht, Songs zu schreiben, mit denen sich die Leute identifizieren können, und Irreplaceable war genau das: Ein Song, der das Gefühl diverser Frauen haargenau trifft.“ Fragt man ihn dann, wie es kommt, dass er sich so gut mit den Gefühlslagen des weiblichen Geschlechts auskennt, antwortet Ne-Yo: „Ich denke mal, dass es daran liegt, dass ich mit so vielen Frauen aufgewachsen bin – da lernt man das“, setzt er an. „Als ich jünger war, hörte ich den ganzen Tag, was meine Mutter, meine Tanten und Schwestern über das Leben zu sagen hatten. Ich hörte, was Liebe für sie bedeutete –, und wenn ich heute einen Song für Frauen schreibe, dann kehre ich innerlich oftmals dahin zurück und beziehe mich ganz explizit auf diese Erfahrungen.“

Seine derzeitige Aufgabe, Songs für Künstlerinnen wie Celine Dion, Whitney Houston und Jennifer Hudson zu komponieren, stimmt Ne-Yo sichtlich euphorisch: „Celine hat mich persönlich für ihr Projekt ausgewählt, was mich wirklich wahnsinnig freut. Auch kann ich kaum abwarten, mit Whitney zu arbeiten. Sie ist eine Ikone, sie hat schon so viel erlebt, dass ich mich wahrscheinlich einfach nur mit ihr zusammensetzen und mich lange mit ihr unterhalten werde, damit wir zumindest einen Teil ihres Herzschmerzes in den Text und die Musik übertragen können.“

Obwohl seine musikalische Reise erst vergangenes Jahr richtig begonnen hat, waren Ne-Yos Erfolge von Anfang an einzigartig. Er entwickelte sich im Handumdrehen zu einem der erfolgreichsten Künstler auf Def Jam: Nicht nur konnte er den prestigeträchtigen Billboard-Award (2006) in der Kategorie „Male R&B/HipHop Artist of the Year“ in Empfang nehmen – er war übrigens noch in drei weiteren Kategorien nominiert: „Male Artist of the Year“, „New Artist of the Year“ und „R&B/Hip-Hop Single of the Year“ für „So Sick“, sein Single-Debüt –, sondern wurde obendrein für zwei Grammys nominiert: „Best Male R&B Vocal Performance“ für seinen Smash-Hit „So Sick“ sowie in der Kategorie „Best Contemporary R&B Album“.

„Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich vor ein paar Jahren zu Hause war und mir gerade eine Preisverleihung im Fernsehen anschaute, als mir plötzlich klar wurde, dass ich das eines Tages mal live sehen wollte“, berichtet Ne-Yo. „Inzwischen bin ich nicht nur dort angekommen, sondern wurde auch schon selbst nominiert. Und es fühlt sich fantastisch an, das kannst du mir glauben.“ Seine liebste Tätigkeit in Verbindung mit seiner Karriere ist jedoch eine andere: „Auch wenn es vielleicht bescheuert klingt, gebe ich wirklich gerne Autogramme. Ich liebe es, mit meinen Fans ein Foto zu machen. Dadurch komme ich zwar oft zu spät zu meinen Terminen, aber was solls. Dafür ist eigentlich immer Zeit.“

Allerdings wurden auch die Schattenseiten des Celebrity-Daseins schon bald offensichtlich, als vergangenes Jahr eine Reihe von Gerüchten im Internet die Runde machte. „Zunächst war ich echt verärgert, schlichtweg aus dem Grund, dass viele Leute glauben, was sie da zu lesen bekommen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich sofort Jay-Z angerufen habe, um ihn nach Rat zu fragen, und er sagte, Yo, das gehört nun einmal dazu. Ich weiß, dass du nicht wirklich geglaubt hast, dass der ganze Ruhm nur ein Zuckerschlecken ist. Seine Worte halfen mir dabei, alles in einem anderen Licht zu sehen. Danach war mir klar, dass ich beides akzeptieren musste, die guten und die schlechten Seiten.“

Wie schon seine musikalischen Helden Prince und Sammy Davis Jr., weiß auch Ne-Yo, dass der Schlüssel zum musikalischen Erfolg letztlich im Studio liegt. Man muss viel Zeit in den besagten vier Wänden verbringen, wenn man wirklich gut sein will. „Selbst mitten in meiner Performance bei der Tonight Show war ich in Gedanken ganz woanders: Ich dachte konstant über neue Songs nach, die auf meinem zweiten Album landen sollten.“

Schon bevor er bei Leno in der Show auftrat, war Ne-Yo ein großer Fan des Entertainers: „Früher habe ich jede Nacht im Bett gelegen und mir seine Show reingezogen“, erinnert er sich zurück. „Als ich dann schließlich bei ihm auf der Bühne stand, war ich einfach nur überrascht, wie klein die Bühne doch ist – am Bildschirm sah das alles unfassbar viel größer aus!“ Zudem war Ne-Yo auch bei der „Tyra Banks Show“ und bei Ellen DeGeneres zu Gast. „Allerdings war ich enttäuscht, dass ich nicht mit Ellen tanzen durfte. Das wird aber nachgeholt: Ich habs mir schon für meinen kommenden Auftritt bei ihr vermerkt!“

Obwohl Ne-Yo im Film „Stomp the Yard“ auch als Schauspieler bereits glänzen konnte, stellt er unmittelbar klar: „Ich würde mich trotzdem noch nicht als Schauspieler bezeichnen. Ohne Stars wie Meagan Good und Columbus Short an meiner Seite, hätte ich wahrscheinlich teilweise überhaupt nicht weitergewusst. Beide haben mich bei einzelnen Szenen angeleitet, haben mir mit meinem Text weitergeholfen. Am wichtigsten war wohl, wie unglaublich geduldig sie mit mir waren – das hat mir wirklich sehr geholfen.“

Schon auf der ersten Singleauskoppelung „Because of You“ kann man ganz deutlich eine dem Soul verpflichtete Reinheit raushören, die man sonst im aktuellen R&B-Sound lange suchen wird. Von Ne-Yos alten Freunden Stargate produziert, die zuvor auch schon für „So Sick“ verantwortlich waren, rotiert die Uptempo-Nummer in den USA bereits auf Höchsttouren. „Ich wollte mit dem Song an dem Punkt ansetzen, an dem ich mit Sexy Love aufgehört hatte“, erklärt Ne-Yo über seine erste Single. „Der Song handelt von Liebe, die so intensiv wird, dass sie sich letztlich in eine Sucht verwandelt. In eine echte Abhängigkeit. Ganz egal, wie oft man sich trennt, man kehrt doch immer wieder zurück, weil man gar nicht anders kann.“

Mit dem Song „Do You?“ zeigt Ne-Yo dann erneut, wie sehr es ihm darum geht, Themen zu verhandeln, die seine Fans direkt berühren. Über einem Beat, der zugleich cool-unterkühlt und überaus hart daherkommt, überträgt sich Ne-Yos Liebeskummer auf die Zuhörer, während er seine Verflossene adressiert: „Dieser Song wiederum sollte an dem Punkt ansetzen, an dem ich mit `So Sick´ stehen geblieben war“, erklärt er. „Meine Ex-Freundin wird demnächst heiraten, und doch schreibe ich ihr einen Brief, in dem ich ihr mitteile, dass sie mir noch immer etwas bedeutet – und dann frage ich, Do You?"

Wie alle großen Songwriter hat auch Ne-Yo sein Geheimrezept, an das er sich im Studio hält. „Mein Motto lautet: If it aint broke, dont fix it. Konkret bedeutet das, dass ich nicht zu viele Leute beim Aufnahmeprozess einbeziehen will – ich brauche ihre Ideen gar nicht, denn ich weiß selbst ganz genau, was ich will. Auch würde ich nie versuchen, einen Song zu machen, der nur dem entspricht, was jetzt gerade angesagt ist. Ich versuche Songs zu schreiben, die auch in 50 Jahren noch von den Leuten mitgesungen werden. Es geht mir um Klassiker. Oder sagen wir so: Es geht mir um Langlebigkeit.“

Ein perfektes Beispiel für einen derartigen Song (für die Ewigkeit) ist „Angel“, der mit einem gelösten Eighties-Groove besticht. „Das ist so ein Stück, über das ich wirklich lange nachgedacht habe“, berichtet Ne-Yo. „Die Grundidee ist folgende: Wie wäre es wohl, mit einem wirklichen Engel eine Beziehung zu führen? Sicherlich wäre es herrlich, allerdings könntest du diesen Engel noch so sehr lieben – sie würde doch nie ganz für dich da sein, aus dem simplen Grund, dass Engel zu Gott gehören. Letztendlich muss dein Engel irgendwann in den Himmel zurückkehren.“ Vom Newcomer Syience produziert, erinnert der Beat in diesem Fall an den klassischen Minneapolis-Sound, wie man ihm von „His Royal Badness“ kennt: „Prince ist wohl der Hauptgrund für das, was ich tue. Er ist mein Antrieb, mein Vorbild. Daher wollte ich mich mit diesem Song noch einmal offiziell vor ihm verneigen.“

Ein deutlicher Beleg dafür, wie weit Ne-Yo in so kurzer Zeit schon gekommen ist – und: wohin er noch will –, ist sein kommendes Album insgesamt ein beispielloser Abstecher durch den Geist von Amerikas neustem Soul-Wunderkind.


Diskographie

Year of the Gentleman (Ltd.Pur Edt.)

Album

Def Jam (Universal)

Year of the Gentleman

Album

Def Jam (Universal)

Because of You

Album

Def Jam (Universal)

In My Own Words

Album

Def Jam (Universal)

Miss Independent

Single

Def Jam (Universal)

The Year Of The Gentleman

Album

Universal Music

Closer

Single

Universal Music






Artikel von: Redaktion Quelle: Universal Music Letztes Update:








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